Ehingen Infostelle für Geopark

Vor dem Museum sollen Grenz- und Marksteine aufgestellt werden. Darüber informierte Stadtarchivar Dr. Ludwig Ohngemach gestern die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses. Die Ausstellung soll im Frühjahr fertig sein.
Vor dem Museum sollen Grenz- und Marksteine aufgestellt werden. Darüber informierte Stadtarchivar Dr. Ludwig Ohngemach gestern die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses. Die Ausstellung soll im Frühjahr fertig sein. © Foto: Julia-Maria Bammes
Ehingen / JULIA-MARIA BAMMES 07.11.2014
Das Ehinger Museum wird Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb und eröffnet im Frühjahr eine Freiland-Ausstellung mit Grenzsteinen. Darüber informierte sich gestern der Kultur- und Sozialausschuss.

Eigentlich hätte die Ausstellung mit Grenz- und Marksteinen neben dem Museum schon seit geraumer Zeit fertig sein sollen. Daraus wurde nichts, aber nun gibt es einen Termin: Im kommenden Frühjahr soll die Ausstellung auf der Freifläche an der Schmiech fertig sein, sagte Dr. Ludwig Ohngemach. Der Stadtarchivar sowie Mitglieder der Museumsgesellschaft informierten gestern Nachmittag den Kultur- und Sozialausschuss des Ehinger Gemeinderats über Vorhaben und Neuigkeiten in und ums Museum.

Wie Ohngemach sagte, sollen die ausgestellten Grenzsteine mit erklärenden Tafeln versehen werden. Aus Sicherheitsgründen werde das Areal mit einem Zaun umgeben. Grenzsteine sind auch im Museum selbst zu sehen: Wie Ohngemach erklärte, nehmen die Steine, die im Gang vor den Ausstellungsräumen aufgestellt sind, Bezug auf die jeweils dargestellten Themenbereiche. Ein Stein mit dem Wappen eines Klosters findet sich etwa bei Exponaten zur Kirchengeschichte.

In dem Raum, der sich den Themen Adel und Reichsritterschaft widmet, wies Ohngemach auf einen neu erworbenen Siegelstempel hin. Dieser gehörte einst Walter von Königsegg (1390 bis 1441), der die Burg Wartstein bei Erbstetten als Lehen erhielt. Das Siegel, das bei einem Händler auf dem Balkan auftauchte und schließlich vom Museum in London erworben werden konnte, sei sicher für einige Zeit auf der Burg Wartstein benutzt worden.

In der zweiten Etage sollen demnächst Radhauben präsentiert werden. Zwei solcher Hauben sind auch in der Neuheiten-Vitrine im ersten Stock zu sehen. Sie seien mit Mitteln der Museumsgesellschaft gekauft worden, sagte Franz Romer, der Vorsitzende des Vereins. "Eine Aufgabe der Museumsgesellschaft ist es, die Stadt zu unterstützen." Es könne jedoch nicht jedes Exponat, das angeboten werde, gekauft werden. Zu Geld komme die Museumsgesellschaft über Mitgliedsbeiträge, außerdem durch Publikationen. Das neueste Buch, das sich mit bemerkenswerten Ehingern befasst, wird am Dienstag, 25. November, im Gasthaus Adler vorgestellt.

Im Dachgeschoss stand die geologische Abteilung im Fokus. Diese soll rasch aufgebaut werden. "Weil wir uns bemühen, dass das Museum Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb wird", sagte Ohngemach. Das werde dem Museum sicher auch mehr Bekanntheit verschaffen. Starten soll die Infostelle im kommenden Frühjahr. Die geologische Abteilung zeigt außer Gesteinssammlungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts Zeitleisten, Fossilien und anhand eines Modells die Entwicklung des Donautals.

Im Dachspitz des Museums, nur über eine steile Treppe zu erreichen, ist nun das Bildermagazin untergebracht. Ohngemach zeigte den Räten, wie die Bilder dort künftig aufbewahrt werden: Die Gemälde werden mittels Haken an Gitterwände gehängt - das sei die sinnvollste Art, Bilder zu lagern. "Viele Bilder sind in einem erbärmlichen Zustand", sagte Romer. Johanns Lang informierte auf Nachfrage, dass für Donnerstag, 18. Dezember, eine Kinderführung geplant sei, ebenso für Sonntag, 7. Dezember.

Dr. Christian Rak (Freie) regte an, die NS- und die Nachkriegszeit umfangreicher darzustellen, mitunter auch mit Hilfe externer Projekthelfer. Peter Bausenhart (CDU) fand, dass auch die Anfänge der großen Ehinger Unternehmen wie Liebherr und Sappi dargestellt werden könnten. "Wir sollten uns, glaube ich, auf bestimmte Themen konzentrieren weil wir nicht alles abbilden können", meinte Oberbürgermeister Alexander Baumann.