Mehr als drei Stunden lang kämpften am Mittwoch von 18 Uhr an 68 Kräfte der Wehren aus Oberstadion, Unterstadion, Munderkingen und Rottenacker gegen ein Feuer auf einem Hof an der Bühlstraße in Oberstadion. Dort waren nach der Getreideernte auf einem zehn Hektar großen Land unter dem Vordach am östlichen Giebel loses Stroh und Ballen in Flammen aufgegangen. Das Feuer breitete sich aufs benachbarte Silo und den Dachstuhl aus. „Wir haben wirklich richtig reagiert, und so konnten wir um 21.30 Uhr der Leitstelle ,Feuer schwarz’ melden“, sagte Jochen Steinle, Kommandant der örtlichen Feuerwehr, der im Einvernehmen mit Kreisbrandmeister Harald Bloching den Einsatz leitete und gestern erleichtert aufatmete. „Wären wir fünf Minuten später gekommen, wäre alles zu spät gewesen, wir hätten die Scheune, in der Stroh lagerte, nicht mehr retten können.“

In der Bruthitze von weit mehr als 30 Grad waren die Feuerwehren angerückt und hatten außer der Nahversorgung vom Hydranten am Ortsausgang auch zwei knapp 400 Meter lange Leitungen zum Hydranten in der Ortsmitte und zum Reutibach gezogen, um den Löschwasserbedarf für alle eingesetzten Fahrzeuge zu sichern. Zum Glück war das neben dem „wie Zunder brennenden Strohlager“ stehende Silo leer, und so bekam das Feuer nicht noch zusätzliche Nahrung. Über die Drehleiter war es gelungen, den Brand im Dachstuhl nach etwa fünf Metern Länge zu blockieren und zu löschen. Die Ehinger Feuerwehr versorgte die Einsatzkräfte aus dem Sonderfahrzeug mit Atemschutzgeräten. Das DRK, das mit drei Fahrzeugen vor Ort war, beschaffte Trinkwasser für sie.

Gegen 22.30 Uhr konnten zumindest die Munderkinger abrücken, die übrigen Helfer erledigten Nachlöscharbeiten im umgeschichteten Brandgut. Von Mitternacht bis zum frühen Morgen wurde eine Brandwache eingerichtet. Steinle: „Wir wollten sichergehen, dass in den Riesenhaufen keine versteckten Glutnester sind, die wieder aufflammen und ein neues Feuer entfachen.“ Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf rund 120 000 Euro.