Ehrenamt In Munderkingen wackelt das Brunnenfest

Paul Gröber (links) mit Bürgermeister Michael Lohner und Ralf Lindner von der Trommgesellenzunft beim Fassanstich.
Paul Gröber (links) mit Bürgermeister Michael Lohner und Ralf Lindner von der Trommgesellenzunft beim Fassanstich. © Foto: Ingeborg Burkhardt/Archiv
Munderkingen / Andreas Hacker 16.05.2018
Paul Gröber kann die Gemeinschaftsveranstaltung der Vereine nicht mehr organisieren. Deshalb startet Bürgermeister Lohner nun einen Hilferuf.

Eigentlich soll in Munderkingen am 1. und 2. September das 36. Brunnenfest stattfinden. Wie immer als Gemeinschaftsaktion von 20 Vereinen mit Musik, einem bunten Programm und einem feinen Angebot an Essen und Trinken. Doch dreieinhalb Monate vor dem Termin kommt aus dem Munderkinger Rathaus ein Hilferuf: „Wir müssen den Ernst der Lage klarmachen“, sagt Bürgermeister Dr. Michael Lohner im Gespräch mit Paul Gröber. Der hat das Brunnenfest in den vergangenen Jahren federführend organisiert, unterstützt durch Florian Stöhr vom Ordnungsamt, macht jetzt aber klar: „Es geht nicht mehr.“

Gröber hat über sein Schuh-Fachgeschäft und die Orthopädieschuhtechnik hinaus mit Flohmarkt, Bauernmarkt, Kathreinenmarkt, Weihnachten mit Krippenspiel, Fasnet und in diesem Jahr auch mit der Leistungsschau des HGV so viel zu tun, dass er bereits in der Abschlussbesprechung  im Dezember 2017 sein Aufhören angekündigt und dieses in einer Ausschusssitzung im Februar nochmals wiederholt hat. Ohne Folgen. Deshalb gibt es jetzt zu einem Zeitpunkt, an dem jemand Neues oder auch ein Team noch einsteigen und das Fest stemmen könnte, den gemeinsamen Hilferuf mit der Stadt: Entweder es findet sich jemand, der das übernimmt, oder es wird kein 36. Brunnenfest geben.

Für Bürgermeister Michael Lohner hat das Brunnenfest eine große Bedeutung: „Es ist am Ende der Ferien immer ein besonderes Ereignis, dass sich die Munderkinger nochmals treffen, bevor nach dem Sommer der normale Betrieb wieder losgeht, und gemeinsam feiern.“

Debatte um Höhe der Erlöse

Doch das sehen in Munderkingen nicht alle so, weil es an der Ausrichtung des Fests mit einem Samstagabend eher für die Jugend und dem Sonntag für die Familien auch vereinzelt Kritik gibt und die Erlöse der Vereine aus dem Fest nicht überall gleich groß sind. Lohner verweist zwar auf die Bedeutung des Fests als Einnahmemöglichkeit für die Vereine und nennt den Liederkranz als Beispiel, es gibt aber auch andere Stimmen wie etwa bei den Vereinigten Zünften. Dort ist die Teilnahme am Brunnenfest zuletzt recht nüchtern diskutiert worden, nachdem Zunftsekretär Franz Mayer vor einem Jahr angesichts eines Reingewinns von knapp 200 Euro befunden hatte, dass dies zu wenig sei  mit Blick auf drei Tage Arbeitseinsatz. Die Vereinigten Zünfte haben sich dann aber mit dem damals neu gewählten  Zunftmeister Erik Bruder dafür entschieden, dabei zu bleiben und zu versuchen, die Kosten zu senken und so den Überschuss zu steigern.

Lohner hofft, dass sich das Fest auf neue Schultern übertragen lässt und sichert die Unterstützung von Stadt und Bauhof zu. Und Gröber verspricht, dass er ja nicht ganz verschwindet, doch ohne neue Unterstützer aus dem Kreis der Vereine gehe es nicht weiter. Abgesagt fürs Brunnenfest 2018 haben bereits die Fronleichnamsgrenadiere, dafür will die Freikirche „Treffpunkt Leben“ mit dabei sein.

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