OB-Wahl In Berkach drückt der Schuh beim Verkehr

Alexander Baumann (blaues Hemd), bislang einziger Bewerber für das Amt des künftigen Oberbürgermeisters, hat gestern mit einer Radtour in und um Berkach seine „Dialog-Tour“ durch Ehingen begonnen.
Alexander Baumann (blaues Hemd), bislang einziger Bewerber für das Amt des künftigen Oberbürgermeisters, hat gestern mit einer Radtour in und um Berkach seine „Dialog-Tour“ durch Ehingen begonnen. © Foto: Stefan Bentele
Ehingen / Stefan Bentele 27.08.2018
Alexander Baumann beginnt im Ortsteil seine „Dialog-Tour“. Autos, Lkw und eine Bushaltestelle sind die dominierenden Themen.

Ich bin froh, dass wir so engagierte Bürger auch in Berkach haben“, sagte Alexander Baumann am Montagabend kurz vor 18 Uhr vor dem Gemeindehaus am Peter-und-Paul-Weg. Die Engagierten, die waren zumindest am Montag, zum Auftakt der „Dialog-Tour“ des Oberbürgermeister-Kandidaten, männlich: 17 Teilnehmer, jeder mit Fahrrad, hatten sich zuvor um 16 Uhr getroffen und waren auf eine zweistündige Radtour, geführt von Max Leicht vom Heimatverein, aufgebrochen. Erst kurz vor Schluss der Rundfahrt um und durch den Ort stieß noch eine Berkacherin hinzu, als die Gruppe sich dem Hauptthema zugewandt hatte, dem Verkehr.

Da ist zum einen die Brücke in den Schleifwiesen bei der Bundesstraße 492, die nur von Anwohnern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden darf. Doch viele Lkw-Fahrer, die aus Richtung Allmendingen kommen, nutzen die Strecke unerlaubterweise. „Die fahren einfach nach dem Navi“, sagte Gerold Braun, Landwirt in Berkach. Er schlug vor, mit Schildern an der B 492 darauf hinzuweisen. Baumann verwies auf bestehende Schilder. Wenn nun ein weiteres Schild aufgestellt werde, „hat das womöglich keinen Wert“. Es sei fraglich, ob es hier ein Patentrezept gebe.

Durchgangsverkehr ist ein Ärgernis

Hans-Peter Leicht stört sich am reichlich vorhandenen Durchgangsverkehr durch Berkach. Als das Gewerbegebiet an der Münsinger Straße entstanden sei, habe man den Berkachern versprochen, dass es zu keiner weiteren Belastung komme. Seine Erfahrungen seien andere. Der OB zeigte Verständnis für die zugenommene Belastung, verwies aber auch darauf, dass zumindest Autos durch den Ort fahren dürften. Er wisse auf Anhieb keinen Rat. „Aber ich setze mich gerne noch mal mit Planern zusammen“, sagte der Oberbürgermeister-Kandidat. „Wenn wir 20 Fahrzeuge wegbekommen, ist den Leuten schon geholfen“, sagte der Berkacher Manfred Treß.

Auch die Bushaltestelle am Peter-und-Paul-Weg treibt die Berkacher um. Weil sich offenbar ein Anwohner an der Bushaltestelle stört, wird eine Verlegung erwogen. Baumann sagte zwar, die Detailplanung aus dem Stegreif nicht zu kennen, signalisierte aber, weitere Gespräche zu führen, brachte einen weiteren Vor-Ort-Termin ins Gespräch und sagte eine Entscheidung zu. „Aber wir werden den Fall nicht zur Zufriedenheit aller lösen können.“

Holger Lenz aus Berkach bemerkte, dass auf der Straße „flott gefahren“ werde und Kinder wegen eines fehlenden Gehweges zwar am Rand, dennoch auf der Straße zur Bushaltestelle gehen müssten. „Man muss die Straße für den Verkehr so unattraktiv wie möglich machen.“ Gerold Braun stimmte zu und schlug Tempo 30 vom Gemeindehaus bis zur Kreuzung auf die Allmendinger Straße vor. „Ich prüfe das“, sagte Baumann.

Liebherr-Parkplatz nicht bei allen beliebt

Auch die Folgen, die der neue Parkplatz von Liebherr bringt, erfreut nicht jedem Berkacher. Als der Parkplatz geplant wurde, habe das Unternehmen zugesagt, die Parkplatz-Zuteilung für Mitarbeiter und deren Wohnort zu berücksichtigen, um den Verkehrszufluss zu regulieren und die Belastung so für Berkach gering zu halten. Er wolle Liebherr nicht anschwärzen, aber im Nelkenweg sei das Gegenteil zu spüren, sagte Manfred Treß. „Stimmt, das war anders besprochen“, sagte Baumann.

Zuvor war die Gruppe auf das Gewann Galgenberg geradelt, der Hang oberhalb der B 492, von wo aus Berkach – bereits 1937 eingemeindet – gut zu überblicken ist. „Ein wunderschöner Blick“, sagte Leicht dazu – der im Übrigen immer wieder Besucher anziehe, die am Feldwegrand Essen und Alkohol genießen und nicht selten ihren Müll zurückließen. Gerade für Landwirte wie Gerold Braun ein Ärgernis. Er habe schon so manchem mit einer Anzeige gedroht, gebracht habe es meist nichts. „Das ärgert mich mindestens so sehr wie Sie“, sagte Baumann. Man versuche hier, mit der Stadtputzete und der Thematisierung in Kindergärten und Schulen zu sensibilisieren.

Leicht führte die Gruppe auch deshalb auf den Galgenberg, um den maroden Zustand der befestigten Feldwege vorzuführen. Diese brechen auf beiden Seiten häufig auf, die „Anbindungen sind kaputt“, sagte Leicht. Baumann verwies darauf, dass Ehingen eine flächengroße Kreisstadt sei. „Aber wir machen das“, sagte er, den Bedarf sehe man.

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Baumann wirbt im Internet um Stimmen

Wahlkampf OB-Kandidat Alexander Baumann hat am Wochenende auch seinen Internet-Auftritt live geschaltet. Auf www.a-baumann-ehingen.de wirbt der 56-Jährige unter dem Motto „Ehingen gemeinsam gestalten“ um Wählerstimmen. Baumann verweist auf die Themen der vergangenen acht Jahre, darunter Finanzen, Bürgerbeteiligungsprozesse, Infrastruktur, Kinderbetreuung, Schulschwerpunkte, Wohnraum, Innenstadtentwicklung und Nachhaltige Stadt.

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