Schelklingen Widerstand gegen Bauprojekt im Oberen Berntal

Schelklingen / Bernhard Raidt 20.07.2018
Die Stadt Schelklingen plant im Oberen Berntal ein neues Baugebiet mit 27 Plätzen. Bei den Anwohnern formiert sich Widerstand.

Die Stadt Schelklingen will im Oberen Berntal ein neues Baugebiet schaffen. Am Mittwochabend stellte Stadtplaner Clemens Künster im Gemeinderat die Pläne dafür vor. Demnach sollen 27 Bauplätze im Anschluss an die Jahnstraße entstehen. Die Jahnstraße zweigt von der Blaubeurer Straße ab. Das Gebiet umfasst 1,65 Hektar. Auf dem von Künster gezeigten Plan sind mehrere Doppelhäuser im Gebiet vorgesehen. Eine Straße soll so breit gebaut werden, dass landwirtschaftliche Maschinen die dahinter liegenden Flächen erreichen können. Ein Geländestück ist im aktuellen Plan als Grünfläche vorgesehen, da es für ein Baugrundstück zu klein ist. Im Flächennutzungsplan sei das Gebiet als künftiges Wohngebiet ausgewiesen, sagte der Stadtplaner.

Zahlreiche Fragen

Die Stadträte hatten am Mittwochabend zahlreiche Fragen: Bruno Baumeister (CDU) forderte, dass die Bauherren mit zwei Vollgeschossen bauen können. Auch Werner Meixner (CDU) unterstützte diese Forderung. Vorgesehen sind im aktuellen Plan niedrigere, zweigeschossige Gebäude. Schelklingens Bauamtsleiter Markus Schmid erläuterte, dass die größere Belastung der Kanalisation durch das neue Baugebiet bei der Sanierung der Blaubeurer Straße bereits berücksichtigt werde. Es müsse auf 80 Meter Länge ein größerer Kanal bei der Einmündung der Jahn- in die Blaubeurer Straße gelegt werden. Franz Müller (CDU) sagte, dass die landwirtschaftliche Nutzung des dahinter liegenden Gebiets sehr gering sei. Es seien nicht viele Fahrzeuge unterwegs. Er schlug vor, nicht die mittlere, sondern die rechts liegende Straße zu nutzen, um den dahinter liegenden Feldweg zu erreichen. Dann könnte auch die Grünfläche im Gebiet zu einem Bauplatz werden. Der Vorschlag soll untersucht werden.

Mehrere Räte sprachen die Bedenken der Bürger an (siehe Infokasten). Vor allem die Anwohner befürchteten, dass durch die neue Bebauung viele Autos  durch ihr Wohngebiet fahren und einen Wertverlust ihrer Gebäude, sagte Bruno Baumeister. Thomas Tolksdorf (SPD) sagte, er habe einige Bedenken wegen des großen Eingriffs in die Natur durch das neue Baugebiet. Darum müsse man die Fläche optimal ausnutzen, sagte Bürgermeister Ruckh. Hans Merkle (Freie Wähler) sagte, das Berntal sei eines der letzten Naherholungsgebiete. Es sei ein Kleinod, nicht nur bei Kindern fürs Schlittenfahren beliebt. Wenn man da jetzt baue, müsse man einen sinnvollen Ausgleich schaffen. Dafür gab’s Beifall von den Zuhörersitzen.

Schwierige Lage der Stadt

Mehrere Räte, Bürgermeister Ruckh und auch Stadtplaner Künster sprachen aber auch davon dass die Stadt einen großen Bedarf an Wohnbaufläche habe – aber kaum noch Möglichkeiten besitze, solche auszuweisen. Die Lage der Stadt biete kaum noch Fläche. „Es wird einer der letzten Bebauungspläne sein, die wir in Schelklingen machen“, sagte Paul Glökler (CDU). Am Ende fand sich eine klare Mehrheit dafür, den Bebauungsplan aufzustellen. 19 Gemeinderatsmitglieder stimmten dafür, Achim Stelzer-Roncoletta enthielt sich. Nach der Sommerpause wird das Verfahren weitergeführt.

Widerstand gegen das neue Baugebiet

Unterschriften Gegen die Pläne für ein Baugebiet im Oberen Berntal formiert sich Widerstand, vor allem von Anwohnern aus der Jahnstraße. Zahlreiche Bürger verfolgten am Mittwochabend die Debatte im Gemeinderat. Nach der Sitzung sammelten sich die Bürger im Foyer des Rathauses und diskutierten Maßnahmen. So sollen etwa Unterschriften gegen das neue Baugebiet gesammelt werden.

Einwände Die Einwände der Bürger sind zahlreich: Sie wollen das Naherholungsgebiet und den Schlittenhang für die Kinder erhalten. Sie befürchten mehr Verkehr und dass ihre bisherigen Grundstücke abgeschnitten sind. Oder wegen des neuen Gebiets unter stärkerer Hochwassergefahr stehen. In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2000 wird das Obere Berntal als Landschaftsschutzgebiet bezeichnet. Anwohner verwiesen auf diesen Artikel. In den Plänen des Stadtplaners Clemens Künster, die er am Mittwoch vorstellte, steht dagegen, dass das neue Baugebiet an das Landschaftsschutzgebiet Schelklingen angrenzen werde.

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