Mir geht das Herz auf, wenn ich das höre“, sagte gestern der CDU-Landtagsabgeordnete und Generalsekretär Manuel Hagel, als ihm am Stand der Zimmerei von  Georg Frankenhauser aus  Emerkingen in der Donauhalle Tim Kupferer vorgestellt wurde. Der junge Mann, der nach dem Hauptschulabschluss die Lehre als Zimmerer angeschlossen und diese mit einem Notendurchschnitt von 2,0  abschlossen hatte,  hat mit der Gesellenprüfung gleichzeitig die „Mittlere Reife“ erreicht. Das sei eine   baden-württembergische Besonderheit, wie Frankenhauser betonte, der derzeit vier Zimmerer ausbildet.

Über diesen und andere Ausbildungswege, vor oder nach dem Studium oder mit und ohne Fachhochschulreife, informierten sich gestern  auf dem sechsten regionalen Ausbilgungstag in Munderkingen außer den Schülern der Gemeinschafts-, Werkreal-, Real- und Förderschule vor Ort auch Eltern sowie auswärtige Schüler. Die neue Gliederung der Stände vor der Halle und mit der Konzentration der Schulen im Gymnastikraum kam gut an.

Als Bürgermeister Dr. Michael Lohner um 9 Uhr die Veranstaltung eröffnete, herrschte schon reger Betrieb rundherum. Ohne auf dessen Aufmunterung „macht Euch auf den Weg“ zu warten, waren die Schüler schon mit Schreibblocks und Taschen unterwegs, um sich Antworten auf ihre Fragen zu notieren oder Info-Broschüren zu horten. Den mobilen Service mit dem begehrten heißen Kaffee  erledigte die Theater-AG.

Es sei toll, dass die  Schüler „des guten Schulstandorts Munderkingen heute die Chance haben mit den Lehrmeistern und Auszubildenden zu sprechen und zu erfahren, welcher Beruf später zu ihnen passen könnte“, sagte Lohner. Er hofft, dass die Jugend nach der Ausbildung auch hier bleibt, wo gute Fachkräfte geraucht werden. Er dankte den Firmen, Betrieben, den Handwerkern, Dienstleistern und den Institutionen, dass sie an der Messe mitwirken, aber auch der Rektorin des Schulverbunds, Jutta Braisch, sowie dem Schulleiter der Förderschule, Hellmut Hummel, und dem Kollegium für die zusätzliche Arbeit, die sie auf sich nehmen. Anerkennende Worte gab es auch für den Organisator Waldemar Schalt.

Beim Rundgang staunten der Bürgermeister und die Ehrengäste über das große Angebot der 44 Stammaussteller und sechs Neulinge. „Auch der Penny-Markt, die Repass Betonsanierungstechnik GmbH, die seit einem Jahr ausbildet, und Carmen Zahner von LWV-Eingliederungshilfe Tannenhof stellen hier ihre Ausbildungsplätze vor“, erklärte Schalt. Das Finanzamt warb mit krisensicheren Jobs, erstmals machte auch die Weißenhorner Milchmanufaktur Jermi mit sechs Berufen auf sich aufmerksam. Großen Zulauf hatten alle zu vermelden, angefangen bei der Agentur für Arbeit über die IHK, die Bundeswehr, die Polizei und die Bundeswehr bis hin zu den Familien- und Industriebetrieben der Region.

Draußen im Hof stand zum zweiten Mal der supermoderne, riesige Info-Truck der Südwestmetall, was vor allem die High-Tec-Fans anzog, genauso wie der der Bus der baden-württembergischen Bauwirtschaft.