Ehingen / Stefan Bentele Jan Hildebrand kann die Gewerberäume mitten in Ehingen weiterhin nicht zu Wohnraum umwidmen. Nun hat er andere Wege eingeschlagen.

Die Gerüste stehen, im Inneren laufen die Umbauarbeiten, die Fassade soll komplett saniert werden und ein neues Farbkonzept erhalten, die Dachfenster sollen ausgetauscht werden: Am und im Gebäude mit den Räumen des ehemaligen Flurneuordnungsamtes und einer Praxis am Sternplatz in Ehingen lässt Jan Hildebrand umbauen, wobei er seinen ursprünglichen Plan, aus Gewerberäumen am Sternplatz Wohnungen zu machen, bislang nicht umgesetzt hat.

Seit Ende 2015 ist Hildebrand eigenen Angaben zufolge Eigentümer der 2200 Quadratmeter, die zuvor vier Jahre lang leer standen. Die Nachfrage nach Wohnungen sei auch in Ehingen riesig, sagte er im September im Gespräch. Und auch aktuell sehe es auf dem Wohnungsmarkt nicht besser aus. Damals, im September, war klar, dass seine Pläne für Wohnraum sich nicht ohne Weiteres umsetzen ließen. Denn der Umgestaltung muss eine Umwidmung vorangehen, und diese versagten damals drei Eigentümer der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Appartements, Büros und Hotelzimmer

An dem Nein der Drei hat sich bis heute auch nichts geändert, wie Hildebrand sagt, weshalb er sein Vorhaben abgeändert hat. Im 1. Stock bleibt die Nutzung für Büros erhalten, für die Räume gibt es offenbar auch schon einen Mieter, klären soll sich das endgültig in der zweiten Aprilwoche. Weitere Details nannte Hildebrand nicht. Im 2. Stock wird Wohnen ermöglicht, ohne dafür eine Umwidmung zu benötigen, dort entstehen 23 Hotelzimmer, die der Investor anschließend verkauft.

Im 3. Stock entstehen derzeit zwölf Appartements, auch hierfür, sagt Hildebrand, brauche es keine Umwidmung. Der Grund: Die Zwei- bis Drei-Zimmer-Appartements werden zwar vermietet, aber stets zeitlich begrenzt, in der Regel maximal ein halbes Jahr lang. „Boardinghouse“ lautet der neudeutsche Fachbegriff. Hildebrand zufolge handelt es sich hierbei weiterhin um eine rein gewerbliche Nutzung. Die Wohnungen sind möbliert, als Kundschaft kommen etwa Monteure oder Studenten in Frage. „Mein Wunschkonzept wären Wohnungen“, sagt Hildebrand. „Aber es soll halt nicht so sein.“ Hildebrand verweist als Grund hierfür auf drei der 40 Miteigentümer, die seinem Vorhaben weiterhin die Zustimmung verweigern. „Ich verstehe sie, aber ich kann es nicht nachvollziehen.“

Mit zwei der drei Miteigentümern, die die Zustimmung verwehren, hat die SÜDWEST PRESSE sprechen können. Sie wollen, wie schon im September, anonym bleiben. Eine weiß von den neuen Plänen Hildebrands noch gar nichts, sagt, sie sei in den vergangen Monaten von Hildebrand auch nicht angesprochen worden.

Zustimmung noch offen

Ein anderer sagt, dass er von den Umbauarbeiten wisse. Man habe Gespräche geführt, mit dem Ziel, eine Umwidmung zu ermöglichen. Ob er letztlich zustimme, entscheide sich in den nächsten ein bis zwei Wochen, dann kläre sich, ob er mit Hildebrand mit Blick auf eine andere Sache eine Lösung finde. Details, worum es sich dabei handelt, wollte der Miteigentümer nicht nennen. Finde sich aber keine Lösung, bleibe es aus seiner Sicht für Hildebrand eben bei dem „Boardinghouse“.

Der dritte Miteigentümer war nicht zu erreichen, dieser hatte aber im Gespräch im September bereits darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Räume fürs Gewerbe für Hildebrand ja erlaubt sei, nur eben die Nutzung als Wohnraum nicht.

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Appartements mit zwei bis drei Zimmern entstehen im 3. Stock als so genanntes „Boardinghouse“. Das Angebot richtet sich etwa an Monteure, Studenten und Schüler.