Ehrenamt Hospizgruppe lädt zu erster Wanderung in Untermarchtal

Sie laden zur ersten Wanderung für Menschen in Trauer ein (von links): Ute Häußler, Edeltraud App, Ursula Aleker, Waltraud Baldi und Gabriele Eisele.
Sie laden zur ersten Wanderung für Menschen in Trauer ein (von links): Ute Häußler, Edeltraud App, Ursula Aleker, Waltraud Baldi und Gabriele Eisele. © Foto: Karin Mitschang
Munderkingen / KARIN MITSCHANG 19.04.2017

Die Trauerkultur verändert sich“, sagt Ute Häußler, die Einsatzleiterin der Hospizgruppe Ehingen. „Alte Muster, die nur mit der Kirche und der Beerdigung zu tun hatten, brechen auf, und Trauern wird vielfältiger. Jeder trauert so wie es ihm entspricht.“ Die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe hätten allerdings festgestellt, dass Menschen aus dem Raum Munderkingen die Angebote der Ehinger nicht nutzen und nicht rüberfahren. Gleichzeitig ist es schon seit Längerem ein Anliegen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Donau-Winkel und von Pfarrer Dr. Thomas Pitour, vor Ort ein niederschwelliges Angebot auszuprobieren, sagt Ursula Aleker von der katholischen Kirchengemeinde Munderkingen gestern im Pressegespräch.

Deshalb findet am Samstag, 6. Mai, um 13.30 Uhr in Unter­marchtal eine erste gemeinsame Wanderung für Menschen in Trauer statt. Ohne Anmeldung kann jeder, der einen Verlust erlebt hat, zum Haupteingang des Bildungshauses des Klosters kommen. Der Glaubenshintergrund der Teilnehmer spiele dabei keine Rolle, auch Kosten entstehen höchstens für den anschließenden Kaffee im Bildungshaus, Kuchen bringen die Ehrenamtlichen mit. Sie sind in Trauerbegleitung im Kloster Reutte ausgebildet worden und geben an mehreren Stationen der rund einstündigen, leichten Wanderung mehrere Impulse. „Man kann über seine Trauer reden, muss aber nicht“, betont Edeltraud App aus Rottenacker, die ebenso dabei sein wird wie Waltraud Baldi aus Kirchbierlingen. Beide sind in der Hospizgruppe aktiv, haben durch die intensive Beschäftigung mit der Trauerarbeit gelernt, im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen, oder auch passend auf Trauernde einzugehen. „Wir können uns einfach besser reinfühlen, und reagieren nicht von oben herab“, sagt Baldi.

Gabriele Eisele, die frühere Sozialdienstleiterin des Seniorenheims St. Anna, hat viel Erfahrung in Trauerbegleitung. Sie nimmt an, dass die Menschen im Raum Munderkingen bisher ihre Trauer eher im Familien- oder Bekanntenkreis verarbeiten. „Manche möchten ihre Trauer nicht nach außen tragen, aber jeder trauert ja auch anders.“ Die Aktiven sind schon gespannt, wie die erste Wanderung angenommen wird. Zunächst sei geplant, diese etwa viermal im Jahr anzubieten. Ursula Aleker: „Wir wollen die Hemmschwelle, die im ländlichen Bereich eher da ist, abbauen und auf leichte Art, im Freien, ein Angebot machen.“

Info Die ökumenische Hospizgruppe Ehingen ist eine Arbeitsgemeinschaft der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Ehingen. 23 ausgebildete ehrenamtliche Begleiter (Sterbebegleitung), die teils zusätzlich als Trauerbegleiter ausgebildet sind, kümmern sich um die Region, die auch die katholischen Sozialstationen Ehingen, Rottenacker und Munderkingen abdecken.