Munderkingen / Andreas Hacker Im Gemeinderat will die Stadt über den Schaden am Steg zur Wörthinsel und über einen wohl notwendigen Neubau informieren.

Eine Woche noch, dann wisse man mehr – so antwortet Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner auf die immer drängender werdenden Fragen, wie es mit dem beschädigten Fußgängersteg über den Donaukanal zur Wörth­insel weitergeht. Bei den Kanuten hat die Saison begonnen und die Pächter der Gärten wollen diese bestellen. Und so langsam sickert bei den Leuten durch, dass die Stadt nur ein Jahr nach dem Rutschhang erneut einen Schaden bewältigen muss, der den des Erdrutsches am Schützenhaus erheblich übersteigt.

Wiederherstellung erfordert umfangreiche Planungen

Am kommenden Donnerstag will Lohner im Gemeinderat über das Ausmaß des Schadens informieren und Vorschläge für eine Behelfslösung machen. In Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Gewässer in Riedlingen, den Illerkraftwerken sowie mehreren Fachfirmen versuche die Stadt, einen provisorischen Zugang herzustellen, schreibt Lohner in seiner Kolumne im Donauboten, der am heutigen Freitag erscheint. Darin bleibt der Bürgermeister aus Rücksicht auf den Gemeinderat noch ziemlich vage: Die sofort nach dem Absacken des Brückenpfeilers durchgeführten Untersuchungen hätten ergeben, „dass der Steg im aktuellen Zustand nicht standsicher ist und daher nicht mehr betreten werden darf. Die Wiederherstellung des Stegs erfordert umfangreiche Planungen und wird nach derzeitigem Stand sehr kostenintensiv. Deshalb ist eine längere und intensive Projektvorbereitung notwendig.“ Andere werden da deutlicher: Die Brücke sei in dieser Nacht auf den 18. März durch Schwemmholz so schwer beschädigt worden, steht auf der Homepage der Kanu-Abteilung, dass ihr Abriss kurzfristig erfolgen soll. Deshalb gibt es in Munderkingen auch schon längst Diskussionen über einen Neubau, der sich mit Planung, Genehmigung und Bauzeit bis zu zwei Jahren  hinziehen kann, über die Dringlichkeit einer Behelfslösung und über die Zukunft der Wörthinsel an sich.

Stadt hilft mit vorübergehenden Lagerplatz.

„Uns würde ein Steg schon reichen“, sagt Armin Ibach, der Abteilungsleiter der Kanusportler, die ihr ganzes Material im Vereinsheim haben. Auch viele Privatboote sind dort gelagert. „Es reicht, wenn wir 80 Zentimeter zum Laufen haben“, ergänzt Ibach und hofft, dass es bald ein Provisorium gibt. Für die Kanusportler hat die Saison mit dem Freitagstraining schon begonnen, doch mehr als ein paar Boote stehen nicht zur Verfügung. Die Stadt hilft dabei mit einem vorübergehenden Lagerplatz. Ibach weiß, dass auf seine Abteilung noch eine ganz andere Herausforderung zukommt, denn wenn der Steg wie erwartet abgerissen wird, fallen damit auch Strom- und Wasseranschluss fürs Bootshaus weg, den die Kanuten einst bei Übernahme des ehemaligen Inselbads in Handarbeit gelegt haben.

Protestbrief an die Stadt

Betroffen sind auch die Pächter der Gärten auf der Insel. Georg Schütz wohnt gleich in der Nähe, im betreuten Wohnen im Badstubenweg, und er kann nur ahnen, dass drüben auf der Insel zwischen seinen Obstbäumen in dem seit zehn Jahren gepachteten Garten eigentlich viele Tulpen blühen müssten. Ihn ärgert der Stillstand, weshalb er einen Protestbrief an die Stadt geschrieben hat, in dem der 93-Jährige nicht nur eine Behelfslösung fordert, sondern auch Vorschläge für eine Neugestaltung der Wörthinsel macht. Er wünscht sich hier, auch für die Bewohner in den Senioreneinrichtungen, ein Naherholungsgebiet, mit weniger Müll, weniger wilden Katzen und einem breiteren Zugang.

Die Bedeutung der Wörthinsel spielt eine wichtige Rolle bei der Planung einer neuen Brücke. Klar ist, dass sie möglichst ohne Pfeiler auskommen soll, damit sich nicht erneut Schwemmgut ansammeln kann. Das bedeutet, dass dann 34 Meter überspannt werden müssen. Soll die Brücke zum Beispiel für den Bauhof auch befahrbar sein, macht das die Sache noch teurer – schon jetzt ist von Kosten im höheren sechsstelligen Bereich die Rede, von einer halben Million Euro und mehr.

Das könnte dich auch interessieren

Marcus Bühler hat sich mit dem Donau-Lokal „Bootshaus“ offenbar übernommen. Verpächter Ebbo Riedmüller will künftig nur noch für Veranstaltungen öffnen.

34

Meter breit ist das Wasser an der Stelle, wo der Kanal mit einem neuen Steg überbrückt werden muss.