Feuerwehren Hochleistungspumpe sichert Löschwasser

Rottenacker / Dietmar Burgmaier 04.06.2018
Außergewöhnliche Feuerwehr-Übung in Rottenacker: Kommandanten aus dem Alb-Donau-Kreis zeigen sich beeindruckt von Holland-Fire-Löschsystem.

Die Feuerwehrkommandanten aus dem Alb-Donau-Kreis waren am Samstag zu einer speziellen Vorführung der Feuerwehr Ulm nach Rottenacker eingeladen. Dort wurde ein hochleistungsfähiges Wasserpumpensystem in einem der Rottenacker Seen bei der Fischerhütte mit anschließender Löschübung bei der Firma Stöhr im Industriegebiet vorgeführt.

Dahinter steht ein Problem, das der Kommandant der Rottenacker Wehr, Gerd Grözinger, so beschreibt: „Das Donauufer ist zu steil und zu stark zugewachsen, um dort eine Pumpe einsetzen zu können. Außerdem führt die Donau im Sommer zu wenig Wasser.“ Kommt es zu einem Großbrand im Rottenacker Gewerbegebiet, muss „ziemlich schnell sehr viel Löschwasser“ zugeführt werden, sagt Grözinger. Das garantiert das seit zwei Jahren in einigen Ausführungen in Baden- Württemberg eingesetzte „Holland Fire System“; auch die Feuerwehr Ulm verfügt über das entsprechende Pumpgerät. Dort ist es bei der Freiwilligen-Abteilung der Wehr in Donaustetten stationiert. Es ist bei einem Ernstfall schon zum Einsatz gekommen.

Das Herzstück des neuartigen Systems ist eine leistungsfähige Druckpumpe. Diese kann 8000 Liter Löschwasser in der Minute bei einem Ausgangsdruck von 2,1 bar fördern. Die Pumpe kann von nur zwei Wehrleuten ins Wasser eingesetzt werden. Ein Dieselaggregat versorgt die Pumpe energetisch; es läuft einige Stunden, ohne dass Treibstoff nachgefüllt werden muss. Das Einsatzfahrzeug für das neue Löschsystem führt auch 1,25 Kilometer Schlauch mit. Dieser kann während der Fahrt mit Tempo 30 bis 40 km//h vom Fahrzeug automatisch abgeworfen werden. Der große Schlauch mit 15 Zentimeter Durchmesser leitet das Wasser zu den Tanklöschfahrzeugen. Diese spritzen bei Brandeinsätzen mit Löschkanonen.

Am Samstag warteten drei Fahrzeuge auf das Nass: Die Feuerwehren Rottenacker, Munderkingen und Ulm-Donaustetten waren zur Stelle und übten bei der Wiese neben der Spedition Stöhr. Der Donaustetter Abteilungskommandant Frank Glaser zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Im Ernstfall vergeht aber aus organisatorischen Gründen eine halbe Stunde, bis die Ulmer zum Einsatzort fahren können. Bis zum Eintreffen des neuen Systems in Rottenacker verginge gut eine Stunde, weshalb die Wehren vor Ort darauf einstellen müssen, dass sie einen Erstangriff und die erste Stunde ohne Hilfe durch das neue System bewältigen müssen.

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