„Früher hieß es, der Internist muss seine Patienten vor dem Chirurgen schützen“, sagt Dr. Roland Eisele, Chefarzt der Inneren Medizin am Alb-Donau-Klinikum in Blaubeuren. Heute sei das Verhältnis zwischen den beiden medizinischen Fachbereichen ein ganz anderes. „Wenn der Chirurg und der Internist zusammenarbeiten, hat man als Patient einen enormen Vorteil.“ Dabei stehe die Frage „Was ist für den Patienten der beste Weg?“ im Vordergrund. Doch auch für Ärzte entstehe durch die Zusammenarbeit ein großer Lerngewinn. In seinem Vortrag  „Ihr Bauch: Wie Endoskopie und Chirurgie sich zum Vorteil des
Patienten entwickeln“ will Eisele die jüngsten Neuerungen skizzieren. Dabei kommt er auch auf die Errungenschaften der Medizintechnik zu sprechen.

Nachdem früher bei einer Operation im Bauchraum ein großer Schnitt, eine Drainage und ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig waren, gehe es heute dank der Laparoskopie und der Endoskopie „sehr viel schneller und auch sicherer“.  Bei der Endoskopie nutzt der Arzt die natürlich vorhandenen Körperhöhlen für die Diagnostik und Behandlung.  Dabei wird für die Spiegelung eine Sonde samt Optik je nach betroffener Region in Magen, Darm oder auch Lunge eingeführt. Die Laparoskopie erlaubt es dem Chirurgen, mit Hilfe von kleinen Schnitten eine Operation im Bauch zu machen. Das Verfahren wird auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt. Es dient darüber hinaus der Diagnostik.

Heute sei es dank dieser Techniken möglich, einen Tumor im Bauchraum, beispielsweise im Magen, innerhalb von 15 Minuten und ohne großen Blutverlust zu entfernen. Auch bei möglichen Komplikationen sei die Entwicklung segensreich, sagt der Chefarzt, und nennt ein Beispiel: Ein Patient hatte eine Operation am Darm, dabei kam es zu einer Nahtundichtigkeit, einer Nahtinsuffienz, im Bauchraum. „Mithilfe der Endoskopie kann dieses Problem behoben werden, ohne dass der Patient noch einmal operieren werden muss“, erläutert der Mediziner.

Fachgebiete eng verzahnt

In seinem Vortrag will Dr. Roland Eisele aufzeigen, wie eng verzahnt Endoskopie und Chirurgie im Alb-Donau-Klinikum in Blaubeuren arbeiten. Der Chefarzt berichtet außerdem über neue Möglichkeiten der Spiegelung des Bauchspeicheldrüsen-Gangs. Er spricht über die Erfahrungen bei der Gallenweg-Inspektion mit Hilfe eines Geräts, das seit zwei Jahren am Klinikum zur Verfügung steht. Darüber hinaus zeigt der Experte, wie Patienten auch mit nicht-operablen Tumoren von den Fortschritten der Endoskopie und Chirurgie profitieren können.

Wissen und Kultur


Info Dr. Roland Eisele spricht am Mittwoch, 25. Oktober, im Bürgerhaus in Allmendingen. Der Vortrag ist wie alle Vorträge im Rahmen der Allmendinger Gesundheitstage kostenlos. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Programm Die Allmendinger Gesundheitstage werden veranstaltet von der SÜDWEST PRESSE Ehingen und der Gemeinde Allmendingen. Sie finden in diesem Jahr vom 21. bis 28. Oktober statt. Beginn ist mit einer zweitägigen Fachmesse mit Gesundheitsforum in Halle und Aula der Schule in Allmendingen; gefolgt von einem einwöchigem Vortrags- und Kulturprogramm.