Es war nur ein Nebenaspekt seines Rechenschaftsberichts zu den Erfolgen des Stadtmarketings in Ehingen, aber mit seinem Hinweis auf die Idee, dass das Biosphärengebiet die Heimattage des Landes ausrichten könnte, hat Rolf Koch über eine Diskussion informiert, die - angestoßen von Bad Urach - schon eine ganze Weile läuft und eine gewisse Dringlichkeit erreicht hat. Denn am 1. April ist Bewerbungsschluss, danach vergibt das Staatsministerium die nächsten Termine 2019 bis 2022. Und 2019 gäbe es aus Sicht des Biosphärengebiets etwas zu feiern - den zehnten Jahrestag der Anerkennung durch die Unesco.

Im Gemeinderat in Ehingen ist das Thema nur kurz gestreift worden. Koch informierte darüber, dass Ehingen auf eine entsprechende Umfrage Urachs zwei Mal mit Ja geantwortet habe: Die Stadt habe daran Interesse, und Ehingen würde auch an der Umsetzung des Programms mitarbeiten. "Eine charmante Idee", sagt Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann dazu, weist aber darauf hin, dass es derzeit nur darum geht, grundsätzliches Interesse zu bekunden. Alles weitere sei völlig offen; allem voran die Frage, wie der notwendige Eigenanteil von 155.000 Euro aufgebracht wird. Das ist der Mindestsatz für Ausrichter; tatsächlich haben die Heimattage, die immer mit einem Baden-Württemberg-Tag zum Auftakt beginnen und mit den Landesfesttagen im September enden, den ausrichtenden Städte Kosten von 600.000 bis 900.000 Euro verursacht. Und es gibt, sagt OB Baumann, durchaus offene Fragen, was mit diesem Geld an Wirkung erzielt wird.

Die Heimattage gibt es seit 1978; mit dem Markgräflerland (2010), dem Städtedreieck Donaueschingen, Bräunlingen und Hüfingen (2012) und dem Neckar-Erlebnis-Tal mit Sulz, Horb, Eutingen, Starzach und Rottenburg (2013) gab es auch schon kommunale Ausrichter-Gemeinschaften.

Ebenfalls in die Zukunft gerichtet ist die Debatte, die Montagabend auch im Ortschaftsrat Kirchen ein Thema war: Soll Ehingen bei einer Erweiterung des Biosphärengebiets vorschlagen, das Kirchener Tal mit aufzunehmen? In der Bürgerfragestunde des Gemeinderats hat Baumann auf Lutz Deckwitz (Mühlen) geantwortet, das sei ein interessanter Aspekt, dem die Stadt gern nachgehen will, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass für die nächste Erweiterungsrunde zuerst Kriterien entwickelt werden müssen. Bisher haben fast zwei Dutzend Städte und Gemeinden aus den Kreisen Reutlingen, Esslingen, Alb-Donau, Göppingen, Biberach und Tübingen Interesse angemeldet, dem Gebiet neu beizutreten oder weitere Flächen mit einzubringen.