Die Wallfahrt zum Heiligen Tiberius ist seit Jahrhunderten ein großer Tag für Obermarchtal und die Region. Anno 1626 nach Obermarchtal gekommen, wurde das Haupt des Heiligen Tiberius, der bei den Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian sein Leben ließ, im Kloster und von der Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung seit jeher verehrt und in vielerlei Nöten aufgesucht. Mit der Auflösung des Klosters im Rahmen der Säkularisation fiel der Brauch in einen Dornröschenschlaf, bis der Allmendinger Mediziner Dr. Hermann Blankenhorn die Wallfahrt 2010 wieder zum Leben erweckte. Bis heute kommen Pilger aus der Region alljährlich am 10. November in die Gemeinde, um des Märtyrers zu gedenken und den Tiberiussegen zu empfangen.

Obermarchtal offiziell als Wallfahrtsort anerkannt

In diesem Jahr steht das Tiberiusfest unter einem ganz besonderen Stern: Pfarrer Gianfranco Loi ist es gelungen, dass Obermarchtal offiziell als Wallfahrtsort in der Diözese Rottenburg­-Stuttgart anerkannt wird. In ihrer Wallfahrtsbroschüre, die im kommenden Jahr neu aufgelegt wird, soll die Gemeinde entsprechend gelistet sein. Auch wird der Heilige Tiberius offiziell in den Namenstags-Kalender der Diözese aufgenommen.

In der ganzen Diözese bekannt

Für Obermarchtal selbst ändere sich durch die offizielle Anerkennung nicht viel, sagt Pfarrer Gianfranco Loi. Allerdings werde die Gemeinde durch die Nennung in der Wallfahrtsbroschüre weit über die Grenzen der Region hinaus in der gesamten Diözese als Wallfahrtsort wahrgenommen. Es sei also gut denkbar, dass künftig auch Gäste aus entfernteren Orten nach Obermarchtal pilgerten.

Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher kommt

Die diesjährige Tiberius-Wallfahrt beginnt am kommenden Sonntag, 10. November, um 10.15 Uhr mit dem traditionellen Wallfahrtsgottesdienst im Münster. Eingeläutet wird mit den zwölf historischen Glocken. Als Hauptzelebrant und Wallfahrts-Prediger konnte Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher von der Erzabtei St. Peter in Salzburg gewonnen werden. Der Kirchenchor Obermarchtal unter der Leitung von Gregor Simon, Kustos der berühmten Holzhey-Orgel, umrahmt den Festgottesdienst.

Tiberius-Medaillen für engagierte junge Christen

Wie immer wird das „Tiberius-Wasser“ geweiht, ebenso die Tiberius-Medaillen, die im Rahmen des Festes an junge, engagierte Christen verliehen werden. In diesem Jahr geht der Preis an die Ehrenamtlichen im Dienst der Kinder und Jugendlichen der katholischen Kirchengemeinden Neuburg und Munderkingen sowie des Arbeitskreises Zeltlager des BDKJ-Jugendbüros Ehingen für die Organisation der Zeltlager in Rammetshofen, Lauterach und Munderkingen. Tiberius-Ehrenpreise gehen an Gerhard Vollmayer aus Lauterach und an Maria Halder aus Dornstetten, die im Jahre 1985 das Zeltlager ins Leben gerufen hatten.

Vortrag am Nachmittag

Am Nachmittag spricht von 15 Uhr an Professor Wolfgang Urban aus Rottenburg zum Thema „1300 Jahre Benediktinerabtei St. Gallen. Die Kultur des Gallusklosters in Oberschwaben mit Bezug auf Obermarchtal“.

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