Neuland betreten haben die CDU-Ortsverbände Schelklingen und Allmendingen mit einer gemeinsamen Hauptversammlung im Gasthaus „Hirsch“ in Schmiechen, bei der für die Allmendinger CDU auch Wahlen anstanden. Schelkingens CDU-Stadtverbandsvorsitzender Heinz Zeiher war „freudig erschlagen“ ob des guten Besuchs und sagte: „Wir wollen zusammenrücken mit Allmendingen.“ Der Stadtverband hat 70 Mitglieder, es gab 8 Neueintritte. Sein Ziel sei, die Partei so darzustellen, dass man ihr vertrauen könne. Für die Neuwahl des Schelklinger Bürgermeisters müsse ein geeigneter Kandidat gefunden werden. Zudem denkt Zeiher an die Gründung einer Jungen Union. Schatzmeister Jürgen Glökler berichtete von einem Kassenstand von 5202 Euro. Ein leichtes Minus könne demnächst durch Zahlungen aus den Fraktionen ausgeglichen werden.

„Wer weiß, was kommt", schmunzelte der Allmendinger Ortsvorsitzende Walter Haimerl mit Blick auf das Zusammenwachsen der Christdemokraten aus Schelklingen und Allmendingen. Dabei verwies er auf die Zusammenarbeit beider Gemeinden, die von Fall zu Fall schon gegeben ist. Auch Haimerl freute sich über neue Mitglieder (12) in seinem Verband, der 84 Köpfe zählt.

Der Vorsitzende hielt eine kurze Rückschau auf die Arbeit und hob dabei Veranstaltungen mit Erwin Teufel (60 Jahre Baden-Württemberg), dem neuen Europaabgeordneten Norbert Lins und dem CDU-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl Guido Wolf hervor. Haimerl gab zudem bekannt, dass die neue Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Ulm, Ronja Schmitt, am Wochenende zur Allmendinger Leistungsschau kommt. Haimerl, der sich am 24. April zum Zweitkandidaten der Partei für die Landtagswahl wählen lassen will, sagte: „Ich kandidiere gerne, weil die CDU die letzte Volkspartei ist.“ Dass die Partei mit den Bewerbern um die Erstkandidatur, Christian Wittlinger und Manuel Hagel, eine Auswahl hat, freue ihn. Sein Favorit sei Hagel, er stehe aber voll und ganz hinter dem Sieger. Der stellvertetende Vorsitzende und Schriftführer Walter Moll berichtet über sechs Vorstandssitzungen und CDU-Reisen; Schatzmeisterin Marianne Ostertag über 1512 Euro in der Kasse. Bei den Neuwahlen, geleitet durch den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Peter Bausenhart, wurde Haimerl bestätigt. Neuer Stellvertreter ist der bisherige Beisitzer Simon Hanigk.

Bei der Veranstaltung kam es zum erneuten Zusammentreffen der Bewerber für die Nominierung des CDU-Wahlkreiskandidaten, Manuel Hagel und Christian Wittlinger. Auf dem Einladungsschreiben der Allmendinger CDU war Hagel angekündigt worden, Wittlinger nicht. Beide redeten nach den Wahlen und einem Referat von Kreisrat Hermann Eberhard, der die „Erfolgsgeschichte des Alb-Donau-Kreises“ dargestellt hatte.

Wittlinger und Hagel ähneln sich in ihren Aussagen, unterschieden sich aber im Stil: Wittlinger präsentierte sich als Mann der leiseren Töne mit Schwerpunkt auf dem näheren Lebensbereich, Hagel stellte – lebhaft und sehr engagiert – die Partei in den Vordergrund. Er ist auch stellvertetender Landesvorsitzender der Jungen Union und will die CDU als Volkspartei der Zukunft. Die Zeit der Abendveranstaltungen sei vorbei, sagte Hagel, er will eine „Mitmachpartei“, die sich als Ideenwerkstatt verstehe. „Wir sind kein konservativer, verstaubter Herrenclub“, meinte der 26-jährige Ehinger. Die aktuelle Landespolitik sei „ideologisch geprägt“. Hagel warnte die Partei, sich im Landtagswahlkampf nur auf die Person des Ministerpräsidenten Kretschmann zu fokussieren. Mit A,B,C skizzierte er seine Wünsche: Arbeit, Bildung, Chancen. Einer Gleichmacherei in Bildung und anderen Lebensbereichen erteilte er eine Absage, denn die Menschen seien verschieden.

Lacher erntete Mitbewerber Wittlinger mit der Aussage: „Man kann bei der CDU über alles reden, nur nicht über zweieinhalb Stunden.“ Damit meinte er die vorgerückte Stunde und seinen Willen, es kurz zu machen. Der 52-jährige Agraringenieur ist Mitglied im Kreistag und setzt auf gute Straßen, Schienen, Internet, Mobilfunk und Kinderbetreuung. Das sei wichtig, damit sich die Region um Ulm und Ehingen gut entwickeln könne. „Der Abgeordnete muss das Ohr beim Bürger haben", forderte Wittlinger und will für den ländlichen Raum starke Realschulen und Handwerker.