Hauptgewinn mit 96 Jahren

Otto Würstle (Mitte) hat einen niegelnagelneuen Wagen gewonnen. Zum Gewinn gratulierten Jost Grimm (rechts) und Bankberater Tobias Volz.
Otto Würstle (Mitte) hat einen niegelnagelneuen Wagen gewonnen. Zum Gewinn gratulierten Jost Grimm (rechts) und Bankberater Tobias Volz. © Foto: Donau-Iller Bank
SWP/JB 29.10.2015

Das Leben hat es mit Otto Würstle nicht immer gut gemeint. 1919, ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, wird er in Ehingen geboren. Als er 20 wird, bricht der Zweite Weltkrieg aus. Otto Würstle wird Soldat. "Ich war in Kriegsgefangenschaft, erst in Russland, dann in Frankreich, das war eine schlimme Zeit."

Erst 1948 kommt er wieder nach Ehingen - "und hatte wirklich gar nichts". Das Geld, das er zwischen 1945 und 1948 in der Gefangenschaft verdient hatte, war wegen der Währungsreform im Juni 1948 nichts mehr wert. Otto Würstle versuchte, sich zunächst mit Hilfsarbeiten durchzuschlagen. Welche Arbeit es war, war egal. Hauptsache, er konnte etwas Geld verdienen. Als 1954 mit dem Bau der Michel-Buck Schule begonnen wurde, bewarb sich Würstle für die Hausmeisterstelle. Er bekam den Posten und blieb dort bis zu seiner Rente. "Da hatte ich schon großes Glück." Er gründete eine Familie; seine Kinder stehen heute selbst kurz vor dem Rentenalter. Nun, mit 96 Jahren, wartete ein Hauptgewinn auf ihn: Beim Gewinnsparen der Donau-Iller-Bank gewann Otto Würstle einen nagelneuen BMW.

Als Jost Grimm von der Bank die Gewinnnachricht überbrachte, habe es Otto Würstle kaum glauben können, heißt es in einer Mitteilung des Geldinstituts: "Ich habe die Lose schon seit mehr als zehn Jahren und dachte daran, sie zu kündigen. Und jetzt das . . ." Behalten wird Otto Würstle den Neuwagen nicht; er wird das Auto verkaufen. "Das Geld bekommt die Familie, dort ist es gut angelegt."

Im November steht Otto Würstle noch ein Umzug ins Haus: Er hat eine Wohnung mit altengerechter Betreuung in Leutkirch gefunden, ganz in der Nähe seiner Tochter und den Enkelkindern. Vor sechs Jahren hat Otto Würstle seine Frau verloren. Seitdem liest er viel, vor allem Geschichtliches und Dokumentationen. "Natürlich mit Lupe. Doch das macht nichts. Hauptsache, der Geist macht mit!"