Gemeinderat Hangrutsch gestoppt

Ingeborg Burkhardt 30.06.2018

Die Stellhalde kann bald wieder der Natur überlassen werden. Das hat der Geologie-Sachverständige Dr. Matthias Lindinger den Munderkinger Gemeinderäten bei einer Besichtigung der Baustelle gesagt, an der Anfang des Jahres nach starken Niederschlägen 650 Kubikmeter Schutt in Richtung Donau abgegangen sind. „Wir sind schneller als im Zeitplan und liegen unter dem Kostenanschlag von 190 000 Euro“, sagte Lindinger. Seit zweieinhalb Wochen arbeiten sie an dem steilen Hang unterhalb des Schützenhauses und haben bisher etwa 400 Tonnen abgetragen und einen 18 Meter breiten Abflussgraben anglegt. Der Unterbau mit einem Gemisch aus Sand und Steingranulaten werde sich so härten wie trockener Lehm, darüber wurden Befestigungen aus fünf bis sechs Metern langen Stämmen zur Stabilisierung eingebaut. Die sind aus Weißtannen, einer Holzart, die laut Lindinger schon bei Pfahlbauten verwendet worden ist, ihre natürliche Feuchtigkeit behält und deshalb über Jahrhunderte ihre Stabilität nicht verliert. Über diesen Bereich, in den auch das Oberflächenwasser des Schützenhauses eingeleitet wird, kommt eine Decke aus dem Aushub.

Im angrenzenden Bereich bis zum Wald sind hohe Bäume,  die nicht mehr ganz sicher standen, abgesägt worden. Deren Wurzeln blieben aber im Boden und das abgesägte Holz werde in das Erdreich eingearbeitet. Das in die Donau gerutschte natürliche Material bleibe im Fluss. Vorgesehen sei noch oberhalb des Ufers eine kleine Mulde anzulegen, die sich als Feuchtbiotop für Insekten entwickeln kann, sagte Lindinger. Das gesamte Gelände werde nach Abschluss der Sicherungsmaßme wieder der Natur überlassen. In fünf Jahren habe sich dort eine Vielfalt von Flora und Fauna entwickelt.

Oben an der Kante bis zum Schützenhaus wurde das Gelände maschinell verdichtet. Lindinger empfiehlt, dort einen Zaun anzubringen, aber das sei Sache der Schützengilde.

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