Haushalt Halbe Million Euro Überschuss in Emerkingen

Maria Bloching 10.10.2018

Markus Mussotter, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, sprach am Montag im Gemeinderat in Emerkingen von einem „erfreulichen Jahresabschluss 2017“, der so nicht erwartet worden sei. Eigentlich sollten aus dem Vermögenshaushalt 77 000 Euro entnommen werden, um den laufenden Betrieb im Verwaltungshaushalt stemmen zu können. Die Planzahlen sahen eine Bilanzsumme von rund 2,3 Millionen Euro vor, letztendlich schloss das Haushaltsjahr im Vermögens- und Verwaltungshaushalt mit rund 3,2 Millionen. Es konnten 39 050 Euro Schulden getilgt und eine Netto-Investitionsrate in Höhe von 412 136 Euro verzeichnet werden. „Damit können Sie haushalten, das steht Ihnen frei zur Verfügung“, sagte Mussotter.

Ursprünglich stand die Netto-Investitionsrate mit 116 000 Euro im Minus. Die Verschuldung belief sich zu Beginn des Jahres 2017 auf 440 737 Euro. Dies entsprach bei 823 Einwohnern einer Pro-Kopfverschuldung von rund 535 Euro, am Ende des Jahres lag sie bei rund 488 Euro. Der Rücklage konnten rund 391 000 Euro zugeführt werden, die so zum 31. Dezember 2017 etwa 700 000 Euro betrug. „Sie haben nun so viele Mittel im Verwaltungshaushalt zur Verfügung, dass Sie alle geplanten Projekte ohne Aufnahme eines Darlehens umsetzen und gleichzeitig die Rücklage füllen können“, sagte Mussotter.

Hoher Abmangel bei Römerhalle

Dieses Ergebnis ist unter anderem den Mehreinnahmen geschuldet. So wies der Planansatz 2017 bei der Gewerbesteuer Einnahmen in Höhe von 500 000 Euro aus, eingegangen waren tatsächlich mehr als eine Million. Diesem Betrag stehen aber auch direkte Mehrausgaben bei der Gewerbesteuerumlage in Höhe von 113 161 Euro gegenüber. „Unterm Strich bleiben über mehrere Jahre aus diesen Mehreinnahmen 25 Prozent, weil alles andere in den Finanzausgleich geht“, erklärte Mussotter. Für Verwunderung sorgten die gestiegenen Personalkosten der Römerhalle, die mehr als 7000 Euro betragen. Mussotter bezifferte den Abmangel der Halle auf 51 000 Euro und regte an, die Nutzungsgebühren zu erhöhen. Bürgermeister Paul Burger sagte zu, das Thema im Rahmen der Hallensitzung anzusprechen. Bei der Abwasserbeseitigung wurde eine Überdeckung in Höhe von rund 24 000 Euro erwirtschaftet. Laut Mussotter sollte deshalb entweder eine Gebührensenkung oder eine Erhöhung der Ausgaben, wie etwa durch eine Kanalreinigung, erfolgen. Der Gemeinderat stellte die Jahresrechnung 2017 einstimmig fest.

Für die noch freien Plätze im Baugebiet Stützen IV hat der Gemeinderat die Preise festgelegt: 75 Euro pro Quadratmeter. Zu Beginn der Verkäufe im Bebauungsplangebiet waren die Grundstücke noch für 65 Euro der Quadratmeter veräußert worden, später waren’s 70 Euro – bis jetzt. Da die Baukostenpreise deutlich gestiegen sind, ist die Gemeinde auf die zu erwartenden Mehreinnahmen in Höhe von rund 36 000 Euro angewiesen. „Diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgebraucht werden“, sagte Bürgermeister Paul Burger.

Flüchtlingsfamilie besucht

Vor der Sitzung hatte der Gemeinderat eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan besucht, die seit Anfang September in Emerkingen wohnt. Vor dem Umzug aus der Gemeinschaftsunterkunft in Erbach in die Wachinger Straße war das ehemalige Bauernhaus saniert worden. Nun wollte sich der Gemeinderat selbst ein Bild davon machen, ob es den Bedürfnissen der Familie gerecht wird.

Mit der Heizung hatte es Schwierigkeiten gegeben, diese funktioniert nun einwandfrei. Im Wohnzimmer sind Rauchmelder eingebaut worden, die Decke wurde frisch gestrichen, andere Zimmer erhielten Wärmeplatten und die Küche wurde neu ausgestattet. „Der Tisch im Essbereich ist zu klein und die Stühle sind zu wenig“, stellten die Gemeinderäte fest und sagten Hilfe in dieser Angelegenheit zu. Insgesamt zeigte sich das Gremium mit der Unterkunft zufrieden.

Klosterbaustelle und Schloss Sigmaringen

Ausflug Die Gemeindeverwaltung hat wieder ein Programm für einen Gemeindeausflug, der am 18. Oktober stattfindet, auf die Beine gestellt. „Mittelalter hautnah erleben“ – auf der Klosterbaustelle „Campus Galli“ bei Meßkirch. Danach wollen die Ausflügler das Schloss Sigmaringen entdecken. „Nun müssen nur noch Leute mitgehen“, meinte Bürgermeister Paul Burger. blo

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