Alb-Donau-Kreis Gruppenarbeit hilft Kindern

Alb-Donau-Kreis / JOACHIM STRIEBEL 15.05.2013
An acht Orten im Kreis bietet der Oberlin-Verein Soziale Gruppenarbeit an. Parallelstrukturen zur Schulsozialarbeit sieht Leiterin Renate Könn nicht.

Vor Jahren gab es in Blaubeuren und Erbach Runde Tische an, um die Jugendarbeit in den beiden Städten zu verbessern. Sie waren damals der Startschuss für die Soziale Gruppenarbeit, die heute von der Evangelischen Jugendhilfeeinrichtung Oberlin e. V. in Blaubeuren, Erbach, Dellmensingen, Laichingen, Blaustein, Dornstadt, Langenau und Munderkingen angeboten wird.

Bei den Haushaltsberatungen des Alb-Donau-Kreistags im Dezember vergangenen Jahres hatte die Fraktion der Grünen gefordert, die Soziale Gruppenarbeit und die in jüngster Vergangenheit weiter ausgebaute Schulsozialarbeit miteinander zu verbinden. Landrat Heinz Seiffert hatte damals zugesagt, die Angelegenheit im Auge zu behalten. Zur Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Bildung, Gesundheit, Kultur und Soziales am Montag hatte Seiffert Renate Könn, die Leiterin von Oberlin e. V., eingeladen. Die in Ulm ansässige Jugendhilfeeinrichtung ist mit 24 Gruppen im Kreis der bedeutendste Partner des Landratsamts für die Soziale Gruppenarbeit. Die jährlichen Ausgaben im Kreishaushalt belaufen sich auf 500 000 Euro. In vielen Städten und Gemeinden ist der Oberlin-Verein auch für die Schulsozialarbeit zuständig.

Renate Könn erläuterte, dass die Schulsozialarbeit viele Einzelhilfen biete, während die Teilnehmer der Sozialen Gruppenarbeit lernten, sich in einer Gemeinschaft zu bewegen. Eine Vernetzung bestehe dergestalt, dass der Schulsozialarbeiter Kinder, bei denen Bedarf erkennbar sei, für die Gruppenarbeit vorschlage. Die Teilnahme erfolgt in Abstimmung mit dem Jugendamt des Landratsamts und in Zusammenarbeit mit den Eltern. Für jedes Kind werde ein individueller Hilfeplan erstellt.

In die Soziale Gruppenarbeit kommen Buben und Mädchen, für die Hilfestellungen von Familie und Schule nicht ausreichend sind. Es sind laut Renate Könn Kinder, die sich in Gemeinschaften schwer tun, sich nicht getrauen etwas zu sagen, die im Unterricht stören, als Zappelphilipp auffallen, die isoliert sind, keine Freunde finden oder Mobbing-Opfer sind. Sie lernten, mit Frustrationen umzugehen und zu sagen, was sie wollen und was sie nicht wollen. Jedes Treffen, für das die Kommunen die Räume zur Verfügung stellen, läuft in ritualisierter Form ab. Es gibt Spiele, Kunstaktivitäten oder auch einen gemeinsamen Gang zur Bücherei. Zur Zeit gibt es 24 Gruppen, davon treffen sich zwei zweimal pro Woche, 22 einmal wöchentlich. Geleitet werden sie von Jugend- und Heimerziehern oder Sozialpädagogen.

Die Soziale Gruppenarbeit sei ein Gewinn für die Kinder, betonte Könn. Aber auch für die öffentliche Hand: Manchmal könne dadurch eine teure Heimunterbringung vermieden werden.

Kurt Wörner (CDU), früher Realschulrektor in Laichingen, lobte die Arbeit des Oberlin-Vereins. Von einer Einschränkung des Angebots war in der Ausschusssitzung am Montag nicht die Rede.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel