Bildung Grundschulen werden zu „Biosphären-Schulen“

Sehenswertes in der Biosphären-Schule: Der Schulgarten in Erbstetten hat bereits jetzt vier Hochbeete mit Mischkulturen und Kräutern, einen Pavillon, ein Gartenhaus und einen Apfelbaum.
Sehenswertes in der Biosphären-Schule: Der Schulgarten in Erbstetten hat bereits jetzt vier Hochbeete mit Mischkulturen und Kräutern, einen Pavillon, ein Gartenhaus und einen Apfelbaum. © Foto: Hacker
Region / Bernhard Raidt 07.08.2018

Unsere Welt entdecken, verstehen, gestalten“: So lautet das Motto eines nun gestarteten Projekts, mit dem Grundschulen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb als „Biosphären-Schulen“ zertifiziert werden. Das berichtet das Regierungspräsidium Tübingen. Sieben Grundschulen machen sich auf diesen Weg. Mit dabei: die Grundschule Erbstetten-Frankenhofen und die Grundschule Schelklingen-Schmiechen. Die Schulen sollen die nachhaltige Entwicklung noch stärker im Schulalltag verankern. „Mit dem Projekt wollen wir die Kooperation mit Grundschulen verstärken und langfristig ein Netzwerk an solchen Biosphären-Schulen aufbauen“, sagt Regierungspräsident Klaus Tappeser. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist auch eine der Leitperspektiven im baden-württembergischen Bildungsplan.

Kooperation mit Partnern

Die Schulen behandeln Themen rund ums Biosphärengebiet regelmäßig im Unterricht und sollen so  wichtige Grundlagen für eigenverantwortliches Handeln bei den Kindern legen. „Viele Schulen haben bereits erste gute BNE-Bausteine. Beispielsweise eine Schulgarten-AG, Aktionstage zum Biosphärengebiet oder Projekttage zum Thema Klima“, erklärt Projektleiterin Petra Dippold von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Die Schulen werden nun im nächsten Schritt bei der Erweiterung der Angebote und der Verankerung des Stoffs im Unterricht fachlich und organisatorisch durch die Geschäftsstelle begleitet. Dabei entwickelt jede Schule eigene Unterrichtsmodule – auch in Kooperation mit außerschulischen Bildungspartnern aus der Land- und Forstwirtschaft oder dem Handwerk.

„Es wäre toll, wenn Schülerinnen und Schüler eine Lebenserfahrung mitnehmen, die sie bereichert“, sagte eine Schulleiterin zum Projektauftakt. „Kinder sollen erlebbare Erfahrungen machen. Wie etwas schmeckt, riecht, sich anfühlt und wie es ist, wenn mal etwas nicht so funktioniert.“ Die Schüler der Biosphären-Schulen sollen mehr über die Zusammenhänge von Natur, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ihrer Heimat erfahren. Es sollen Fragen beantwortet werden: Woher kommen unsere Nahrungsmittel? Wie viel verdienen die Landwirtin und der Landwirt am Supermarktprodukt? Wie haben unsere Vorfahren gewirtschaftet und was können wir heute daraus lernen? Und die Kinder sollen den „Schatz vor der Haustüre“ entdecken, so formulierte es eine Lehrerin.

Rund 50 Lehrerinnen und Lehrer sind am Projekt beteiligt. Auf Initiative der Landtags-Fraktionen von Bündnis90/Grüne und CDU wurden für das Zertifizierungs-Projekt außerdem Sondermittel zur Verfügung gestellt.

Schulen aus drei Landkreisen

Die Biosphären-Schulen stammen aus den Landkreisen Alb-Donau, Esslingen und Reutlingen. Neben den Grundschulen in Erbstetten-Frankenhofen und Schmiechen sind dies außerdem die Lindenschule Unterlenningen, die Digelfeldschule Hayingen, die Sternbergschule Gomadingen, die Astrid-Lindgren-Schule Münsingen und die Grundschule Bad Urach-Wittlingen.

Insgesamt sind es 700 Schüler, die eine Biosphären-Schule besuchen.

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