Hilfe Griesingen: Feuerwehrbedarfsplan fällt durch

Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses in Griesingen wurde auch eine Jugendfeuerwehr mit aktuell 19 Kindern und Jugendlichen gegründet
Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses in Griesingen wurde auch eine Jugendfeuerwehr mit aktuell 19 Kindern und Jugendlichen gegründet © Foto: Emmenlauer
Griesingen / Rainer Schäffold 17.05.2018
Der Griesinger Gemeinderat hat den Feuerwehrbedarfsplan zunächst durchfallen lassen. Er müsse nachgebessert werden.

Mündlich sehr gut, schriftlich mangelhaft – so lautete das Zeugnis des Griesinger Gemeinderats für den Biberacher „Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz“, Harald Buckenmaier, nachdem dieser am Mittwoch im Gremium den Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt hatte. Der Rat hat die Verabschiedung des Plans zunächst vertagt, erst müsse nachgebessert werden: Der Planer muss nachsitzen.

Den Anstoß dazu hatte der Rat und pensionierte Lehrer Wolfgang Spada gegeben, früher 15 Jahre lang Kommandant der Griesinger Feuerwehr. Der Plan sei zu dürftig und es fehle der zweite Teil über Gerätschaften, Motivation und Mitgliedergewinnung. Zudem glänze das  Schriftstück durch jede Menge Rechtschreibfehler und Fremdwörter. „Wissen Sie, was Vulnerabilität ist?“, fragte Spada in die Runde – im Plan fehlte zudem das erste „L“. Es bedeutet etwa „Verwundbarkeit“. „Das ist nicht das, was wir erwartet haben“, fand Spada deutliche Worte, „der Plan ist sein Geld nicht wert.“

Dabei betonte er, dass der mündliche Vortrag Buckenmaiers im Rat hervorragend gewesen sei. Auch im Flur vor dem Ratssaal habe er dies dem Fachmann nochmals verdeutlicht, sagte Spada am Donnerstag auf Anfrage. Buckenmaier hatte in seinem mehr als einstündigen Vortrag erläutert, dass es für die Griesinger Wehr schwierig sei, bei einem Brandeinsatz in der geforderten Zeit mit der notwendigen Mannschaftsstärke ausrücken zu können. Er empfahl daher, die Art des Ausrückens zu ändern: Statt gleich mit der Sollstärke von mindestens neun Mann könne zunächst eine „Staffel“ mit sechs Mann zum Brandort eilen, die übrigen könnten dann mit einem weiteren Fahrzeug ausrücken. Da sei die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTW) dringend nötig. Die Gemeinde hat den Kauf für dieses Jahr geplant und dafür 45.000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt.

Ungefähr 300.000 Euro, das erfuhr Rat Josef Stiehle auf seine Anfrage, würde ein neues Löschgruppenfahrzeug kosten. Spätestens im Jahr 2023, riet Buckenmaier, der auch Kommandant der Biberacher Feuerwehr ist, solle das bisherige LF 8/6 durch ein LF 10/10 ausgetauscht werden. Das Griesinger Fahrzeug hat bereits 25 Jahre auf dem Buckel. „Gehen Sie nicht an die unterste Grenze“, legte der Fachplaner den Räten ans Herz. Denn um das Fahrzeug später nachrüsten zu können, brauche es Gewichtsreserven.

Altes Fahrzeug immer teurer

Der Vorschlag von Rätin Renate Werner, das alte Fahrzeug zu behalten, um keinen neuen MTW anschaffen zu müssen, sei interessant, sagte Buckenmaier. Doch warnte er vor steigenden Folgekosten des alternden Feuerwehrautos. Und bald, ergänzte Josef Stiehle, wäre die Wehr mit dem alten LF nicht mehr einsatzfähig.

Ist eine Feuerwehr nicht hinreichend ausgestattet, drohe ein Organisationsverschulden, hatte der Planer eingangs gewarnt. Die Verantwortung trage der Bürgermeister. Es sei auch eine Sache der Wertschätzung, eine Feuerwehr gut auszustatten. Das neue Feuerwehrhaus lobte er als „vorbildlich“.

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