Trauer Gottfried Beck stirbt im Alter von 97 Jahren

Gottfried Beck kurz vor seinem 90. Geburtstag.
Gottfried Beck kurz vor seinem 90. Geburtstag. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen-Mundingen / Stefan Bentele 22.08.2018

Gottfried Beck ist tot. Der Mundinger starb im Alter von 97 Jahren am Montagmittag im Kreis seiner Familie, wie sein Sohn Gottfried Beck gestern sagte. Er sei bis vor wenigen Wochen noch sehr aktiv gewesen. „Er hatte nur eine kurze Leidenszeit.“

Gottfried Beck kam am 2. Mai 1921 als Sohn von Johannes und Katharina Beck auf die Welt. Die Eltern betrieben in Mundingen auf der Ehinger Alb einen Kolonialladen, der Sohn wuchs mit zwei älteren Schwestern auf. Mit 16 ging er bei seinem Vater in die Maurerlehre, der hatte im Wiesengässle ein Baugeschäft aufgebaut. Über die Jahre entstand daraus die Firma Beck Bauunternehmen Ehingen-Mundingen, das derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt. Gottfried Beck hat sich bis ins hohe Alter in den Familienbetrieb eingebracht. „Mit 95 ist er noch auf dem Gerüst auf den Baustellen herumgeturnt“, sagte sein Sohn Gottfried gestern.

Mit 19 erfolgte die Einberufung in die Wehrmacht. Die Erlebnisse an der Front veranlassten Beck, sich für Friedenspolitik einzusetzen. „Er war Pazifist“, sagt sein Sohn. Das habe er an ihn und seine Geschwister Hans-Georg und Sabine weitergegeben. 1955 heiratete er seine Frau Hannelore. 1971 trat er in die SPD ein, 1973, nach der Eingemeindung Mundingens, wurde er mit 52 Jahren erstmals im Ehinger Gemeinderat vereidigt. Ende der 90er rückte er für Emil Lerch, der die Leitung des Bauhofs übernahm, in den Gemeinderat nach.

Stephanie Bernickel, Vorsitzende der SPD Ehingen, bezeichnet Gottfried Beck als „ein Vorbild für die Sozialdemokratie“. Er sei immer jemand gewesen, auf den man sich berufen konnte, der am politischen Tagesgeschehen dran war. Lutz Deckwitz, stellvertretender Vorsitzender der SPD Ehingen, tauschte sich oft mit Gottfried Beck aus. Er lernte ihn als fairen Menschen kennen, der stets „ruhig und sachlich blieb“.

Für Georg Mangold, der für die SPD im Ehinger Gemeinderat sitzt und sich an die gemeinsame Zeit im Gremium erinnert, war Gottfried Beck „der Ehinger Erhard Eppler“. Der Mundinger sei geistig mit dem SPD-Politiker aus Ulm verwandt gewesen.

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