Allmendingen Gewerbegebiet: Start im Frühjahr

Im Süden Allmendingens - wo jetzt noch Felder sind - wird sich künftig das Gewerbegebiet erstrecken.
Im Süden Allmendingens - wo jetzt noch Felder sind - wird sich künftig das Gewerbegebiet erstrecken. © Foto: Julia-Maria Bammes
Allmendingen / JULIA-MARIA BAMMES 10.01.2015
Schon im Frühjahr können die Arbeiten im neuen Gewerbegebiet Riedäcker beginnen. Die Gemeinde informierte am Donnerstagabend vor gut 30 Zuhörern über die geplante Erweiterung des Areals.

Zu Beginn seiner Amtszeit vor gut 20 Jahren sei die Entwicklung von Gewerbegebieten ein "riesen politisches Thema" gewesen, sagte Bürgermeister Robert Rewitz am Donnerstagabend bei der Informationsveranstaltung im Bürgerhaus. Die Gemeinde informierte über die Erweiterung des Gewerbegebiets Riedäcker-Süd, gut 30 Besucher waren gekommen.

Wie Rewitz sagte, sei das Gewerbegebiet Riedäcker-Nord mehr als gut gefüllt, etwa 3500 Quadratmeter seien noch frei. Die Erweiterung im Süden erstreckt sich auf fast neuneinhalb Hektar. Bekanntlich wird die Ehinger Spedition Denkinger mittelfristig ihren Unternehmenssitz dorthin verlagern, und der Allmendinger Agrarhandel Allgaier wird den bestehenden Standort im Gewerbegebiet erweitern. Diese beiden Betriebe belegen das geplante neue Gewerbegebiet komplett.

Michael Schröder vom Stuttgarter Büro Wick und Partner schilderte Details: Die Grenze des neuen Areals bildet im Norden das bestehende Gewerbegebiet, im Süden der Feldweg Richtung Hausen, im Osten der Feldweg entlang der B 492 und im Westen die Bahnlinie. Das Gelände müsse nivelliert werden, würde jedoch nicht höher als der Bahndamm. Material, das im Osten abgetragen wird, könne im Westen aufgeschüttet werden. Im Westen wird eine Baumreihe gepflanzt.

Wie ist es um die Verkehrssituation bestellt? Die Situation an der Einfahrt von der Carl-Benz-Straße in die Riedäckerstraße bleibe, wie sie ist, sagte Planer Michael Schröder. Zu einem späteren Zeitpunkt werde sich aber die Zufahrt zur Firma Allgaier verändern, sagte Bürgermeister Rewitz. Nach Aussagen des Regierungspräsidiums Tübingen seien keine weiteren Zufahrten ins Gewerbegebiet möglich. Der Kreisverkehr an der Bundesstraße 492 reiche aus, er sei für den Verkehr auf Bundesstraßen ausgelegt. Auf die Frage nach den nötigen Stehzeiten der Lastwagen meinte Rewitz, dass die Spedition über eine Fläche von fast fünf Hektar verfüge.

Wie wird der Bahnanschluss der Spedition Denkinger gestaltet? Es ist vorgesehen, dass der neue Anschluss am Industriegleis der Firma Schwenk angedockt wird und unter der Brücke der Neuanbindung hindurch parallel zur Bahntrasse nach Süden verläuft. Eduard Schleicher von Schwenk Zement habe dem Vorhaben seine Zustimmung erteilt. Wie Rewitz weiter sagte, habe das Unternehmen bei seiner Vorstellung im Gemeinderat dargelegt, dass es Erfahrungen mit der Bahn-Verladung habe. Die Gemeinde zahle den Anschluss nicht. Die DB International habe geprüft, dass ein solcher Anschluss möglich sei, sagte Schröder. Das Genehmigungsverfahren hierfür laufe separat.

Stichwort Naturschutz: Welche ausgleichenden Maßnahmen sind vorgesehen? Die Gemeinde verfügt derzeit über mehr als eine Million Ökokonto-Punkte, sagte Rewitz. Diese erhielt Allmendingen etwa für die Renaturierung der Schmiech, die Arbeiten am Hausener Berg und an den Heckenstreifen bei Ennahofen. Die Gewerbegebietserweiterung - aus Ackerland wird versiegelte Fläche - belastet das Ökokonto nun mit knapp 590 000 Punkten.

Wann beginnen die Arbeiten? Der Bebauungsplan werde wohl im zeitigen Frühjahr rechtskräftig werden, sagte Rewitz. Die Firma Denkinger habe im Gemeinderat angekündigt, noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen zu wollen. Auch Karl Allgaier will mit der Erweiterung so bald wie möglich starten. Der Vorentwurf des Bebauungsplans liegt noch bis zum 16. Januar im Rathaus aus.

Wie ist es um den Lärmschutz bestellt? Gibt es Vorschriften für die Betriebe? Man sehe momentan keine Konfliktpunkte, sagte Schröder. In einem Bebauungsplan gebe es keine Vorgaben zu Emissionen und Immissionen, erläuterte Rewitz. Dies werde auf einer anderen Ebene geregelt. "Wenn Befürchtungen da wären, würde man dem Vorhabensträger ein Lärmprognosegutachten aufs Auge drücken." Auch das Landratsamt werde zu diesem Thema wohl noch Stellung beziehen, sagte der Bürgermeister.

Welche Feldwege bleiben bestehen? "Wir werden die Entbehrlichkeit prüfen. Wir gehen davon aus, dass man ihn nicht mehr brauchen wird", sagte Rewitz über den Feldweg, der im Osten des Gebiets parallel zur B 492 verläuft. Der westliche Feldweg neben der Bahnlinie bleibt, ebenso der Weg vom Friedhof.

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