Natur Gewässerschau in Munderkingen: Schafbeweidung in der Diskussion

Munderkingen / INGEBORG BURKHARDT 19.09.2017
In Munderkingen wurde während einer Gewässerschau auch die geplante Renaturierung am Weiher in Algershofen besprochen.

Die Tradition des  Algershofener Badehäuschens, dessen Vorgängerin das Jahr 1924 zurückgeht, soll durch ein Neues wiederbelebt werden. Die Erhaltung dieses Kulturguts ist Bürgermeister Dr. Michael Lohner wichtig, sagte er gestern während der Gewässerschau. Dieser Bereich  des Weihers soll Badegästen dienen, während der große, mittlere Teil des Teichs Pflanzen und Tieren zur Verfügung stehen soll. Im vorderen Teil, wo große Findlinge im Wasser die Pferdetränke markieren, könnten auf Anregung von Siegfried Steiner die Pferdesportfreunde die Pflege des Gewässerrands und die Reinigung der Dole übernehmen.

Der Vorschlag gefiel den Teilnehmern der Gewässerschau, die mit einem 90-minütigen Vortrag von Regina Zeeb vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Ulm eröffnet worden war. Sie hatte dabei mit Lichtbildern aus einer Begehung im Dezember den Zustand der Gewässer und Wasserdurchläufe an den Bächen und Wassergräben gezeigt und darauf hingewiesen, dass es Handlungsbedarf gebe, wie etwa bei der Einhaltung der Gewässerschutzstreifen, die innerorts an nicht bebauten Stellen fünf und außerhalb zehn Meter breit sein müssen.

Mindestens alle zwei Jahre müssten diese Gewässerschutzstreifen gemäht oder gemulcht und der Grasabfall entsorgt werden, wie etwa beim „Nonnenbreitegraben“ in der Nähe des Betonwerks oder dem Steinmäuerlegraben im Wassertäle. Das diene der Wasserqualität, und die Reinigung der Dolen auch dem Hochwasserschutz. Hier hakte bei der Ortsbesichtigung Franz Kräutle aus Munderkingen ein. Er kritisierte die Gestaltung des Brühlquellengrabens entlang der Neudorfer Straße nach der vor einigen Jahren dabei erfolgten Öffnung der Dolen. Der Graben sei eine Gefahr für  Kinder. Bürgermeister Lohner reagierte und schob in die Gewässerschau auch noch diesen Punkt ein. Vor Ort verteidigten der Bürgermeister, Verbandsbaumeister Roland Kuch und Zeeb den mit Kaskaden und Rückstaustufen angelegten Rückhaltebereich, der sich nur bei Starkregen füllt und Überflutungen verhindere. Sonst führe er kein Wasser. Kräutle ließ nicht locker und sprach von immensen Mähkosten, die in dieser „voralpenländisch gestalteten Grünzone“ anfallen. Steiner brachte Schafe zur Beweidung ins Spiel. So ließen sich die Mäharbeiten von rund 8000 Euro auf 3000 reduzieren. Wenn das was die Tiere nicht abfressen aus optischen Gründen noch abgemäht wird, sei die anfallende Menge an Grüngut nicht sehr groß, meinte auch der Noch-Hauptamtsleiter Markus Mussotter, der seine Nachfolgerin Birgit Müller dabei hatte. Besichtigt wurde auch noch der Graben in der Nähe des Hühnerstalls Stöhr.

Wo Handlungsbedarf besteht und was gemacht werden soll, das wird Ingenieurin Zeeb ins Protokoll nehmen, das auch von Birgit Müller, Jannah Buck vom Landratsamt und von Student Christian Schütz mit geführt wurde. Zeeb beabsichtigt diese Liste der Maßnahmen, die mit dem neuen Wasserschutzrecht des Landes 2019 gemacht werden müsse, zu veröffentlichen.