Oberdischingen Geschichte wird lebendig am Tag des offenen Denkmals

Werner Kreitmeier erläuterte in kurzen Zügen die Ausstellung und umriss auch sein fünftes Buch für den Museumsverein Oberdischingen mit dem Titel „Die Herrengasse in Oberdischingen – Geschichte einer Straße“.
Werner Kreitmeier erläuterte in kurzen Zügen die Ausstellung und umriss auch sein fünftes Buch für den Museumsverein Oberdischingen mit dem Titel „Die Herrengasse in Oberdischingen – Geschichte einer Straße“. © Foto: Emmenlauer
Oberdischingen / Renate Emmenlauer 09.09.2018
Buchvorstellung, Ausstellung zum Ersten Weltkrieg und „alte“ Gerichte aus der neuen Feldküche gab es in Oberdischingen.

Der Museumsverein Oberdischingen und Werner Kreitmeier werden nicht müde, die reiche Geschichte von Oberdischingen aufzuarbeiten. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag hatte der Vorsitzende des Vereins mit Unterstützung seiner rührigen Kameraden eine umfangreiche Ausstellung zum Ersten Weltkrieg auf großen Stellwänden über eine Länge von 20 Meter aufgebaut.

Als zweiten Höhepunkt präsentierte Werner Kreitmeier sein fünftes Buch mit dem Titel „Die Oberdischinger Herrengasse – Geschichte einer Straße“. Überdies durfte man in den Kleidermoden von anno dazumal schwelgen, da alle Seiten eines Versandhauskataloges von 1917 auf A3-Papier kopiert waren, ebenso Auszüge aus einer Frauen-Illustrierten aus dem Jahr 1870.

„Interessante Zeitreise“

Bürgermeister Fritz Nägele lobte bei der Eröffnung vor den zahlreichen Besuchern im vollbesetzten Kultur- und Sitzungssaal des Oberdischinger Rathauses, dass der örtliche Museumsverein und insbesondere dessen Vorsitzender Werner Kreitmeier die Bedeutung des großartigen historischen Erbes von Oberdischingen weiter herausgearbeitet haben.

Einerseits mit der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg mit Schwerpunkt auf die Heimatgemeinde und die Garnisonsstadt Ulm, zum anderen mit dem Buch über die Herrengasse, mit ihrer einzigartigen historischen Atmosphäre. „Dank Werner Kreitmeier und den Helfern des Museumsvereins lebt das große geschichtliche Erbe unserer Gemeinde weiter“, betonte der Bürgermeister. „Dieses Buch ist eine interessante Zeitreise, und vor allem für unsere jüngeren Bürger ein wichtiges Dokument der Heimatgeschichte“, ergänzte er.

Gerichte wie Graupensuppe, Schwarzes Mus und Arme Ritter aus der neuen Feldküche des DRK Ortsvereins Oberdischingen kamen bei den Besuchern gut an.
Gerichte wie Graupensuppe, Schwarzes Mus und Arme Ritter aus der neuen Feldküche des DRK Ortsvereins Oberdischingen kamen bei den Besuchern gut an. © Foto: Emmenlauer

Werner Kreitmeier führte in einem kurzen Abriss in die Ausstellung ein und zeigte sich angesichts der vielen Interessierten begeistert. Unter anderem waren auch Vertreter von anderen Museumsvereinen vor Ort. Zur Dokumentation „Erster Weltkrieg von 1914 bis 1918 – Oberdischingen und die Garnisonsstadt Ulm“ sprach er von einer bis zu diesem Kriegsausbruch nie da gewesenen Welle nationaler Begeisterung mit Parolen wie „Auf zum Preisschießen nach Paris“ oder „Zum Frühstück nach Paris“. An der Front wurden die Soldaten von der bitteren Realität eingeholt. Die Materialschlacht im französischen Verdun mit mehr als 350.000 Toten gehe als Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges ein, sagte Kreitmeier.

Liebe zur Heimat

Vor der Enthüllung seines Buches zur Oberdischinger Herrengasse ging Werner Kreitmeier noch auf das Gasthaus „Löwen“ als ältestes im französischen Mansardstil erbaute Gebäude der Herrengasse ein. Hier bedankte er sich bei Manfred Spähn, der den „Löwen“ saniert hat und dazu das historische Wirtshausschild aufwändig sanieren ließ, das seit dem sechsten Juni das schmucke Gebäude ziert.

Kreitmeier nutzte die Gelegenheit zum Dank und Lob an die vielen Beteiligten, die zum Gelingen des Buches mit 500 Exemplaren beigetragen haben und forderte seine Zuhörer auf: „Tauchen Sie ein in weitere Facetten der reichen Geschichte von Oberdischingen. Dieses Buch soll die Liebe zur Heimat weiter stärken und noch mehr Identität schaffen.“

Danach strömten die Besucher zu den Schautafeln der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, dessen Ende sich heuer zum 100. Mal jährt. Gedränge herrschte auch an den Seiten zu den historischen Versandhauskatalogen und am Büchertisch. Ins Schwärmen gerieten die Besucher beim Schmausen: Der DRK-Ortsverband hatte unter dem Motto „Gerichte zu Kriegszeiten“ Graupensuppe, Schwarzes Mus und Arme Ritter aus der neuen Feldküche gezaubert.

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