Denkmaltag Geschichte des Pumpwerks Teuringshofen

Dieter Schrade berichtete in Teuringshofen über die Albwasserversorgung.
Dieter Schrade berichtete in Teuringshofen über die Albwasserversorgung. © Foto: Anne Hagenmeyer
Teuringshofen / Anne Hagenmeyer 11.09.2018
Die Wasserversorgung hat auf den Dörfern der Schwäbischen Alb einst vieles verändert. In Teuringshofen war dies zu erfahren.

Die Albwasserversorgung hat einst das Leben in den Dörfern auf der Alb vollkommen gewandelt. Ein Zeugnis davon steht in Teuringshofen, wo man beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag die erste Pumpstation besichtigen konnte. „Nicht alle waren glücklich, als sich 1871 die erste Pumpe in Teuringshofen in Betrieb setzte“, erzählt Dieter Schrade im ehemaligen Pumpwerk. „Die Wasserhändler, die mit Ochsengespannen das Trinkwasser auf die Alb brachten, waren ab dann arbeitslos.“ Doch für alle anderen muss das erste frische Wasser auf der Alb einer Revolution gleichgekommen sein.

Im Jahr 1870 waren zwölf Kilometer Leitungen auf die Alb verlegt worden, dabei 180 Meter Höhe bis zu einem Hochbehälter überwunden und in die Dörfer Justingen, Ingstetten und Hausen an die Wasserversorgung angeschlossen worden. Zwei Pumpen links und rechts des Mühlrades in Teuringshofen pumpten von da an fünf Liter Wasser pro Sekunde auf die Alb. Die Technik hatte Ingenieur Karl Ehmann entwickelt, der in England Erfahrungen mit Bergwerksentwässerung gesammelt hatte und in Amerika Plantagen bewässerte. „In neun Monaten war das ganze Projekt verwirklicht – schneller würde man das heute nicht schaffen“, ist sich Schrade sicher.

1922 wurde das Wasserwerk umgerüstet und eine kräftige Turbine unterstützte fortan die Kolbenpumpen. In diesem Zustand sieht man die Pumpstation heute. Dieter Schrade war im Wasserwerk Gundershofen tätig. Nun, im Ruhestand, zeigt er Besuchern, wie Pumpen und Turbinen arbeiten. Nur wenige Besucher hatten den Weg ins abgesperrte Schmiechtal gefunden, das nur von Hütten aus erreichbar war.

Stellwerk-Prinzip noch gleich

Im Schelklinger Stellwerk sieht der Besucher, wie die ausgeklügelte Mechanik funktioniert. Der ehemalige Stellwerker Georg Renz meint, dass das System heute vom Prinzip her immer noch dasselbe sei – wenn es jetzt auch elektronisch am Stelltisch ablaufe. Renz schildert den genauen Ablauf, wie er an den hoch gebauten Häuschen bei vielen Bahnhöfen war: „Der Fahrdienstleiter im Bahnhof gibt den Befehl der Weichenstellung an den Stellwerker, der richtet die Weichen ein und verriegelt sie. Dann werden die Signale für die Lokführer eingerichtet. Alles folgt einem genauen Plan und ist sehr sicher!“

Als 1901 das Schelklinger Stellwerk mit der neuen Bahnlinie errichtet wurde, habe die Bahnlinie entweder nach Ehingen oder nach Münsingen geschaltet werden müssen.

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