Munderkingen Gesang klingt über den Platz

Gute Stimmung beim Start: Dietrich Stern, der neue Chorleiter des Liederkranz Munderkingen, freut sich über das Interesse am Gesang. Foto: Ingeborg Burkhardt
Gute Stimmung beim Start: Dietrich Stern, der neue Chorleiter des Liederkranz Munderkingen, freut sich über das Interesse am Gesang. Foto: Ingeborg Burkhardt
INGEBORG BURKHARDT 20.06.2014
"Gesang trifft Genuss" hatte der Liederkranz Munderkingen über seine offene Singstunde am Dienstagabend im Café Knebel geschrieben. 33 Bürger sind gekommen und ließen sich von den Liedern anstecken.

Total erfreulich, sagten Dietrich Stern, der neue Chorleiter des Liederkranz Munderkingen, und dessen Vorsitzende Beate Schartmann zu der stattlichen Runde im Café Knebel, die der Einladung gefolgt ist, mal was Neues auszuprobieren. Zum einen wollte der Chor an diesem Abend unter dem Motto "Gesang trifft Genuss" das neue Konzept der 17 Stimmen starken Gemeinschaft vorstellen und sangesfreudige Mitbürger zum Mitsingen auffordern. 33 Nichtmitglieder waren gekommen und es wurde ein fröhlicher Abend, wie auch Spaziergänger vor dem Rathaus hören konnten - der Gesang klang über den Platz.

"Rosarot" stand über den Noten auf den Blättern, die Schartmann austeilte, und schon sang der Liederkranz den Gästen vor, sang "Singen ist so wunderbar und tut mir gut, Singen mit uns im Verein im Liederkranz ist fein", was auch der Werbung in eigener Sache dienen sollte.

Dirigent Stern agierte am Keyboard, ließ die Gäste zur Stimmöffnung summen und spielte einige Akkorde an. Danach klang der gemeinsam gesungene Kanon "am Anfang schon sehr stark", wie Stern kommentierte und den Liederkranz ermahnte, etwas leiser zu treten und die Gäste nicht gleich in Grund und Boden zu singen.

"Wenn wir jetzt dreistimmig singen, heißt das aber nicht ums Überleben kämpfen", sagte der pensionierte Pädagoge und Musikwissenschaftler aus Ulm, der nach dem Kanon zur englischen Literatur überleitete, die künftig auch zum Repertoire des Liederkranz gehören wird. Der Interpretation des mehr als 100 Jahre alten Lieds "Freedom is Coming" schickte der Theatermusiklehrer die Geschichte der Sklaven voraus, die sich mit Gesang Mut machten auf die äußere und innere Freiheit, die kommen werde. Mit einführenden Worten leitete er die Sängerschar dann hinüber zu den Schlagern der 1930er Jahre, von denen er einen Klassiker zum Mitsingen ausgesucht hatte: "Die Männer sind alles Verbrecher".

Im Anschluss sang der Chor den Gästen vor, was er unter neuer Leitung einstudiert hat: den "Kleinen grünen Kaktus", der draußen am Balkon steht, ein israelisches Friedenslied in Hebräisch sowie die deutschen Volkslieder "Du und ich im Mondenschein" und "Wie schön blüht uns der Maien". Angeregt durch die offene Singstunde stimmten nach dem offiziellen Teil die Gäste ihre alten Lieblingslieder an.