Auf solche Art widerlegt zu werden gefällt selbst einem Bürgermeister: Hatte Dr. Michael Lohner anfangs mit Blick auf 180 Stühle in der Aula des Schulverbunds Munderkingen noch gemeint, das sei vielleicht etwas zu optimistisch, so strahlte er bei der Eröffnung des Schulfests mit Blick auf mehr als 300 Besucher vor Freude und sagte, das sei Bestätigung für einen „richtig guten Weg“, den Munderkingen und die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft eingeschlagen hätten.

Begrüßung per Handschlag

Wie angespannt Lohner vor dem Schulfest war, zeigte sich auch an der Tatsache, dass der Bürgermeister am Eingang zur Aula die Eltern per Handschlag begrüßt hatte und immer wieder sagte: „Es geht uns um die Kleinsten.“ Vor einem Jahr war das Interesse an der Veranstaltung sehr gering gewesen, umso größer nun die Erleichterung: „Die Durststrecke ist beendet“, sagte Lohner bei der gemeinsamen Eröffnung mit Schulleiterin Jutta Braisch. Nach der Änderung im Schulgesetz, mit der die Vorläufigkeit eines Schulverbunds beseitigt wird, seien in Munderkingen nun beide Schularten, Gemeinschaftsschule wie Realschule, auf Dauer vor Ort – „wenn Sie das wollen“, sagte Lohner an die Adresse der Eltern.

Die entscheiden letztlich über die weitere Schulentwicklung in Munderkingen, verdeutlichte auch Jutta Braisch: „Fühlen Sie sich wohl – und melden Sie Ihre Kinder bei uns an“,  war ihr Schlusswort nach der Vorstellung des Schulverbunds, in dem soziales Lernen ein zentrales Element sein soll und der mit „Gemeinsam mehr sein“ einen klaren Auftrag als Schulfest-Motto gewählt hat. Munderkingen und die VG-Gemeinden hätten sich mit dem Verbund nicht für eine Schulart und gegen eine andere entschieden, sondern dafür, mehrere Schularten an einem Standort anzubieten, sagte Jutta Braisch. Die Bildungspläne in Gemeinschafts- und Realschule seien gleich, genauso wie die Fachkompetenz in allen Fächern durch Fachlehrer. Die wesentlichen Unterschiede lägen im Ganztagsbetrieb beziehungsweise beim Nachmittagsunterricht sowie bei der Notengebung.

Grundschule als Fundament

Ganz wichtig ist für Jutta Braisch die Grundschule mit aktuell 250 Schülern als Fundament des Schulverbunds. Dass Erstklässler und Realschüler gemeinsam Amerikaner und Muffins fürs Schulfest gebacken haben, sei ein Beispiel für die angestrebte Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Sekundarstufe, die den Übergang in die weiterführenden Schulen vor Ort erleichtern sollen. Auch der Auftritt der Erstklässler bei der Schulfest-Eröffnung in der Aula mit drei Liedern zu Pippi Langstrumpf ist Ausdruck des Stellenwerts, den die Grundschule im Schulverbund mit insgesamt 780 Schülern und 70 Lehrern hat. Und für den musisch-künstlerischen Bereich im Schulprofil, den Jutta Braisch mit Bläserklasse und Theater erfolgreich als zweiten Schwerpunkt neben dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich entwickelt habe, wie Bürgermeister Michael Lohner lobte.

Für das Schulfest am Samstag hatten  Schüler, Lehrer und Elternbeirat ein Programm vorbereitet, das von Kinderschminken über Knobelspiele und Pizzabacken bis zum Torwandschießen reichte. Es gab Chemie-Versuche und historisches Papierschöpfen mit Sappi als Bildungspartner und es wurde gezeigt, wie sich aus alten Hemden und alten Landkarten Neues gestalten lässt.