Obermarchtal Gemeinde erfüllt ihre Pflicht

DORIS MOSER 29.10.2015
Aktuell leben etwa 60 Asylbewerber in Obermarchtal, für Anschlussunterkünfte stellt die Gemeinde weiteren Wohnraum zur Verfügung.

Mit etwa 60 Asylbewerbern, die im ehemaligen Gasthaus "Mohren", in der Schulgasse und im alten Schulhaus in der Hauptstraße wohnen, hat die Gemeinde Obermarchtal bereits mehr als ihr Soll erfüllt. Diese Unterkünfte wurden vom Alb-Donau-Kreis angemietet. "Doch wir werden auch unsere Pflicht bei der Anschlussunterbringung erfüllen", erklärte Bürgermeister Anton Buck in der Sitzung des Gemeinderates. Für 2016 werde im Alb-Donau-Kreis laut Prognose für 2500 Asylbewerber eine Anschlussunterbringung gebraucht, Obermarchtal habe sich auf 13 bis 17 Zuzügler einzustellen, deren Asylverfahren vermutlich bald positiv beschieden werden. Somit handle es sich um Asylberechtigte, für deren Wohnraum die Gemeinde zu sorgen habe.

Buck regte an, eine Mutter mit drei Kindern von der Hauptstraße in die Wohnung im Rathaus umzusiedeln und die dann freien Räume neu zu belegen. Zuvor sind allerdings noch einige Instandsetzungsarbeiten im Sanitärbereich zu tätigen. Auf Anregung einiger Räte soll auch eine Kostenschätzung eingeholt werden für Wasseranschlüsse im Dachgeschoss der alten Schule, falls dort ebenfalls noch Wohnraum geschaffen werden muss. Gemeinderat Manuel Köberle wandte sich gegen kostspielige Investitionen in der alten Schule, solange nicht bekannt sei, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werden soll.

"Was ist, wenn die Gemeinde keinen Wohnraum mehr hat und dennoch werden Unterkünfte gebraucht?" - auch diese Frage beschäftigte einige Räte. "Wir müssen und werden unsere Verpflichtung gegenüber dem Kreis und den Asyl suchenden Menschen erfüllen", sagte der Bürgermeister. Er informierte darüber, dass die Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen die Anstellung eines Integrationsbeauftragten plane, der die kommunale Koordination und Steuerung im Asylbereich für die Gemeinden übernehmen soll. Diese Stelle werde vom Land finanziell gefördert mit 40 000 Euro im ersten Jahr sowie jeweils 35 000 Euro im zweiten und dritten Jahr.