Fasnet Gelungener Ball der Vereine in Gamerschwang

Gamerschwang / Renate Emmenlauer 11.02.2019

Der Ball der Vereine peilt zielgerade den 30. Geburtstag an. In zwei Jahren ist es soweit. Hatte in dem kleinen Ort einst jede Gruppierung ihre eigene Fasnet veranstaltet, mit mäßiger Resonanz, führt das gesellige Fest seither alle örtlichen Vereine zusammen. Geregelt ist von Anfang an, dass jedes Jahr die Organisation mit Bewirtung ein anderer Verein übernimmt. Am Samstagabend waren die Höllgrabahexa dran, die das bunt dekorierte Dorfgemeinschaftshaus bei ihrem rasanten Einmarsch mit anschließender Saalpolonaise gleich in einen echten Narrenschuppen verwandelten. Die Höllgraba-Hexe Michaela Gogeißl, als alte Schrulle mit extrem viel „Holz vor der Hütte“ ausstaffiert, führte charmant durchs Programm und war dabei um keinen originellen Spruch verlegen. Die anfänglichen Lücken im Publikum, die sich mit zunehmender Stunde aber gedeihlich füllten, nahm sie gelassen und forderte die Mäschkerle auf: „Wichtig ist, dass ihr jedem sagt, wie toll es heute Abend war, damit die Bude im nächsten Jahr rappelvoll wird.“

Alle sechs Vereine mit ihren bühnenfesten Akteuren hatten beim Programm wieder tief in die Ideenkiste gegriffen, um die Besucher bestens zu unterhalten. So entführten Anita Winter und Marianne Traub vom Kirchenchor und Gesangverein in eine alltägliche Szenerie im Reisebüro. Die leicht angestaubte Rentnerin Anita wollte wissen, wo man denn so hin fahren könnte. Reiseexpertin Marianne präsentierte mögliche Traumurlaube rund um den Globus – aber kein Angebot war recht. Das Ende vom Lied: „Wenn es hier nichts gibt, gehe ich lieber wieder zur Krankenkasse und lasse mir eine Kur verordnen.“ Eine Reise buchen sei gar nicht so einfach ist, wie die Moderatorin anmerkte, und man brauche dafür einen perfekten Babysitter. Das zeigten Manfred Winter und Marianne Traub beim fröhlichen Babysitter-Blues, natürlich mit Babybett, Windeln und Schnuller, was für reichlich Lacher sorgte. Dass die Gamerschwanger Feuerwehr mit „Wasser marsch“ auch in der Sauna bestens gerüstet ist, bewiesen Kommandant Michael Schorm und Josef Kiefer als einem Saunagänger. Die Landfrauen lieferten als Cowbobys und Indianer einen fetzigen Tanz und ernteten mächtig Applaus.

Den krönenden Schluss setzte Ortsvorsteher Josef Stiehle als redefreudiger Amtsmann mit lautstarker Glocke in der Bütt. Er war in seinem Element und schwätzte über menschliche Schafe bei Griesingen ebenso wie über die „Schafe“ im Bundestag sowie über den Sex der Landfrauen.  Unvergessen sei ihm auch der Besuch beim Finanzamt geblieben, wo er splitterfasernackt wieder rauskam: „Die haben mich bis aufs letzte Hemd ausgezogen.“ Sein Kumpel wollte dem zuvorkommen und war gleich ganz nackt ins Finanzamt gegangen. Als er wieder rauskam, hatte er dafür einen Pfropfen im Po, eine Klammer über seinem besten Stück und eine Klappe vor den Augen. „Weil ich nackt war, haben die mir einfach Wasser, Gas und Licht abgedreht.“ Das Publikum prustete vor Vergnügen.

Die Besucher amüsierten sich prächtig und feierten nach Programmschluss noch lange weiter. Wenn Stimmung und Ideen gewertet würden, hätte der „Ball der Vereine“ in Gamerschwang so manch renommierten Fasnetsball um Längen übertroffen.

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