Theater Gelungene Premiere in Emerkingen

Fantasievolle Kostüme, ein tolles Bühnenbild, hervorragende Schauspieler und eine Pointe nach der anderen: Das aktuelle Stück der Theatergruppe Emerkingen hat allerhand zu bieten. Selbst an Tiefsinn mangelt es nicht.
Fantasievolle Kostüme, ein tolles Bühnenbild, hervorragende Schauspieler und eine Pointe nach der anderen: Das aktuelle Stück der Theatergruppe Emerkingen hat allerhand zu bieten. Selbst an Tiefsinn mangelt es nicht. © Foto: Maria Bloching
Emerkingen / MARIA BLOCHING 14.03.2018

Auf der Erde wird nicht mehr gestorben. Das versetzt Himmel und Hölle in Bewegung – sehr zur Freude des Publikums, das am Wochenende die Premiere des Stücks „Der Tod im Birnbaum“ genoss. Der Dreiakter von Manfred Eichhorn, aufgeführt von der Theatergruppe Emerkingen, traf voll und ganz den Nerv des Publikums.

Auf der Bühne haben Luzifer (Martin Baumann) und Frau Hölle (Ilona Röller) das gleiche Problem wie die himmlischen Heerscharen – was läge also näher, als sich zusammenzutun? Helfen soll den Verbündeten der Heilige Antonius (Charly Gretzinger), auch „Schlamperdone“ genannt. Nach und nach wird klar, dass der Tod – erstklassig gespielt von Albert Rieger – seit einem Jahr in Scheiffeles Garten auf dem Birnbaum festsitzt. Dabei wollte er alles richtig machen und über den erkrankten Gottfried Scheiffele (Manfred Lang) ganz nach Dienstplan den „Schleier des Todes“ legen. Das ging schief: Durch eine List von Anna Scheiffele (Silke Benkendorf) gelingt es Gottfried, den eigenen Tod hinauszögern, indem er den Sensenmann auf einen Birnbaum verbannt. Dieser ist jedoch mit einem Zauber belegt, so dass der Tod seither nicht mehr heruntersteigen kann...

Während der Tod also im Birnbaum festsitzt, wird Gottfried zwar gesund, aber nicht glücklich. Er erkennt, wie sich manche Menschen angesichts von Krankheit den Tod herbeiwünschen. Deutlich wird dies, als der Freund seiner Tochter Liesl (Lea Röller) schwer verletzt vom Krieg heimkehrt. Michl (Sebastian Lang) erzählt von den Leiden, die im Krieg ohne Tod unvermeidbar sind – und der Tod im Birnbaum hofft, dass die Menschheit ihn irgendwann zu schätzen weiß.

Ein Besuch lohnt

Im Himmel beraten derweil Dr. Faustus (Andreas Müller), Petrus (Klaus Weiher), Justitia (Yvonne Kopp) und das Herrgöttle von Biberach (Carmen Roth) mit dem Schlamperdone, Luzifer und dessen Frau, wie das Nachschubproblem für Himmel und Hölle gelöst werden kann. Welche Rolle eine Fee (Anna Lang) und der Bauerssohn Baschde (Matthias Roth) im Geschehen spielen und ob am Ende wieder gestorben wird, zeigt die Theatergruppe Emerkingen noch vier Mal.

Weitere Theater-Termine

Aufführung Am 17. und 18. sowie am 23. und 24. März, 19.30 Uhr, ist das Stück in der Römerhalle zu sehen. Der Besuch lohnt: Eine Pointe jagt die nächste und die vielfältigen Märchen­elemente kommen im schwäbischen Dialekt bestens zur Geltung.

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