Allmendinger Gesundheitstage Gegen Altersschwindel kann man etwas tun

Prof. Dr. Matthias Tisch spricht bei den Gesundheitstagen über Schwindel im Alter.
Prof. Dr. Matthias Tisch spricht bei den Gesundheitstagen über Schwindel im Alter. © Foto: privat
Allmendingen / Jana Zahner 06.10.2018

Ein flaues Gefühl nach der Achterbahnfahrt oder ein paar Gläschen zu viel – Schwindel hat jeder schon einmal erlebt und meistens geht er schnell wieder vorbei. Gerade im Alter treten diese Gleichgewichtsstörungen jedoch häufiger ohne einen für den Betroffenen unmittelbar erkennbaren Grund auf. In seinem Vortrag zum Thema Altersschwindel im Rahmen der 36. Allmendinger Gesundheitstage erklärt Professor Matthias Tisch, Ärztlicher Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Bundeswehrkrankenhaus Ulm, wie man fest im Leben stehen kann.

Bewegung ist die beste Medizin

„Schwindel ist in der Altersgruppe der über 70-Jährigen das am häufigsten genannte Leiden“, sagt Tisch. Unvermittelte Schwindelanfälle oder Benommenheitsgefühle sollten immer mit dem Hausarzt besprochen werden, denn diese seien nur schwer vom Patienten selbst einzuschätzen. Der Hausarzt könne die Ursachen eingrenzen und den Patienten an den entsprechenden Spezialisten, zum Beispiel einen Neurologen oder HNO-Facharzt, verweisen. Denn die plötzlichen Gleichgewichtsstörungen können von der Mittelohrentzündung bis zum Schlaganfall vielfältige Ursachen haben. Welche Arten von Schwindel es gibt und welche Erkrankungen ihn auslösen können, wird Tisch bei seinem Vortrag genauer erläutern.

Insgesamt sei eine erhöhte Anfälligkeit für Schwindel aber auch eine ganz natürliche Alterserscheinung, die nicht immer mit einer akuten Erkrankung zusammenhängen müsse, sagt Tisch. Das liege daran, dass im Alter die Sinnesorgane, die für das Gleichgewichtsempfinden eine Rolle spielen, zunehmend schwächer werden. „Riechen, Hören, Fühlen – all das geht nicht mehr so gut“, erläutert Tisch weiter. Auch die sogenannten Propriorezeptoren, die für die Wahrnehmung der Bewegungen des Muskel- und Skelettsystems zuständig sind, werden im Alter weniger sensibel. „Man verliert sozusagen seine innere Mitte“, erläutert der Direktor der HNO-Klinik.

Gegen diese altersbedingte Abnahme des Gleichgewichtssinns könne man aber antrainieren. Es liege somit auch in der Selbstverantwortung des Patienten, frühzeitig mit genügend körperlicher Betätigung etwas gegen die steigende Anfälligkeit für Gleichgewichtsstörungen zu tun. Warum ein Hund das beste Mittel gegen Altersschwindel – und damit auch gegen gefährliche Stürze – ist, wird Tisch in seinem Vortrag erklären. Zudem können die Zuhörer im Anschluss Fragen zum Thema stellen.

Info Prof. Dr. Matthias Tisch hält seinen Vortrag „Diagnostik und Therapie des (Alters-)Schwindels – was kann man gegen Schwindel tun und wie können Sie ihn verhindern?“ am Sonntag, 21. Oktober, um 14 Uhr in der Aula des Allmendinger Schulzentrums.

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