Griesingen Gasthaus Adler steht vor dem Verkauf

Wird der „Adler“ in Griesingen bald keine Pizzeria mehr sein? Es sieht so aus.
Wird der „Adler“ in Griesingen bald keine Pizzeria mehr sein? Es sieht so aus. © Foto: Rainer Schäffold
Griesingen / Bernd Rindle 03.08.2018
Gib es im Griesinger „Adler“ bald keine Pizza mehr? Der Eigentümer will das Gebäude verkaufen. Das bestehende Pächterehepaar müsste dann gehen. Bürgermeister Oliver Klumpp will das verhindern.

Gegenwärtig läuft der Pizza-Ofen im Gasthof Adler in Griesingen noch auf Hochtouren. In nicht allzu ferner Zukunft könnte es jedoch vorbei sein mit den italienischen Spezialitäten im Ort. Denn der Hausbesitzer trägt sich mit dem Gedanken, das Gebäude zu verkaufen, was nach Lage der Dinge das Ende des Pachtverhältnisses mit Elena und Costa Pizzo bedeuten würde und für das Wirtspaar, das die Pizzeria seit neun Jahren betreibt, nicht weniger als „eine Katastrophe“ wäre.

„Noch nicht spruchreif“

Gerüchte, wonach der „Adler“ bereits verkauft worden sei, kursieren schon lange. „Ich weiß, da wird gerade viel geschwätzt“, sagt der Eigentümer Gebhard Föhr aus Rißtissen, der seine Verkaufsabsicht bestätigt. „Ich habe einen Interessenten, aber das ist noch nicht spruchreif. Im Moment passiert da noch gar nichts.“ Im Verkaufsfall soll die gastronomische Nutzung erhalten bleiben, versichert der ehemalige Brauereibesitzer, der aber ausschließt, dass die gegenwärtigen Pächter auch die künftigen sein könnten: „Das eher nicht.“

Recherchen unserer Zeitung zufolge soll es sich bei dem Interessenten um einen kroatischen Bauunternehmer aus Ulm handeln. Dem Vernehmen nach möchte er das Haus einerseits als Unterkunft für Monteure nutzen, zumal es über sechs Fremdenzimmer und eine Wohnung verfügt, und zudem ein Lokal betreiben, das auf die Küche des Balkans zugeschnitten ist.

Pächter haben Angst um ihre Zukunft

Wegen der Entwicklung haben Elena und Costa Pizzo „eine gehörige Portion Angst“ um ihre Zukunft: „Ich bin 57 und mein Mann 62, etwas Neues können wir nicht anfangen.“ Zumal sie eigentlich gedacht hätten, mit dem „Adler“ in den Ruhestand zu gehen, nachdem ihnen ursprünglich offeriert worden sei, bis zur Rente bleiben zu können. „Wir haben uns darauf verlassen“. Bis der Verpächter vor einigen Monaten mit der Frage gekommen sei, wie lange sie denn noch bleiben wollten. Dies und der Umstand, „in der Luft zu hängen“, bereitet Elena Pizzo „ziemliche Magenschmerzen“. Denn bei einer Kündigung stünden sie vor dem Nichts: „Es sind noch acht Jahre bis zur Rente – ich will hier nicht raus.“

Griesingens Bürgermeister hofft auf Lösung

Wenn es nach Griesingens Bürgermeister Oliver Klumpp ginge, müssten sie das auch nicht. „Es wäre mehr als schade, wenn es so kommen würde. Für mich gehört der ,Adler’ nach Griesingen als Herzstück der Ortschaft“, sagt er. Was auch für das Pächterehepaar gilt: „Sie machen eine sehr gute Küche, ich kann mir keine Besseren vorstellen“. Als er von der Verkaufsabsicht des Besitzers gehört habe, „war das ein Schock“, wobei er auch „leicht angesäuert“ über das Vorgehen gewesen sei. „Es wäre gut, wenn er auf uns zukommt“ sagt Klumpp, in der Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung – eventuell auch mithilfe eines entsprechenden Förderprogramms, das kommendes Jahr aufgelegt werde.

Er jedenfalls habe ein „Gespräch mit Herrn Föhr auf der Agenda“, machte der Bürgermeister keinen Hehl daraus, dass es sich dabei um eine „Herzensangelegenheit“ handle und es der „Idealfall“ sei, die Gastronomie so weiterzuführen. „Aus Sicht der Gemeinde wäre es wünschenswert, wenn es so bliebe.“

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