Narrenzunft Mate-Tag der Narrenzunft: Ganz spezielle Gleichstellung

Ehingen / Renate Emmenlauer 13.11.2017
Der Matetag der Narrenzunft "Spritzenmuck" im "Adler" war geprägt durch Gemeinschaftsgeist und Geselligkeit. Die Mate-Kapelle musizierte, Orden wurden vergeben, die "Büttelwache" bot Lokalkolorit vom Feinsten.

Mit dem Narrenspruch „Kügele hoi“ hat Peter Kienle am Samstag im Ehinger „Adler“ Mitglieder, Freunde und Gönner der Narrenzunft „Spritzenmuck“ zum Mate-Tag begrüßt. Man sei unter Freunden, sagte der Zunftmeister und erinnerte daran, dass der 11.11. als Namenstag des „Pfanna-Mate“ und der Mate-Kapelle gefeiert werde und nicht wie am Rhein als die Eröffnung der närrischen Zeit. Die schwäbisch-alemannische Fasnet starte an Dreikönig und ende am Aschermittwoch.

„Es wird eine kurze Fasnet geben“, sagte Kienle mit Blick darauf, dass 2018 schon am 14. Februar Aschermittwoch ist. Die Fasnet 2017 bewertet Kienle als äußerst gelungen, obwohl es mit der Bewirtung der Lindenhalle während der Ballsaison eine große Herausforderung zu bewältigen galt. „Die neuen Pächter geben uns Anlass zu viel Optimismus“, sagte er mit Blick auf den zwischenzeitlich erfolgten Wechsel.

Das Vereinsjahr außerhalb der fünften Jahreszeit sei ruhig verlaufen, sagte der Zunftmeister. Es werde weiter an der Verschönerung des Narrenstadels gearbeitet. Außerdem sei die Narrenzunft bestrebt, das Brauchtum am Leben zu halten. Dazu gehört für Kienle neben der Fasnet auch das „Hutzla Ra“, das alljährlich durch viel Einsatz und finanzielle Unterstützung praktiziert werde.

Neben Rück- und Ausblick und vielen Ehrungen (siehe Extratext) geht es beim Mate-Tag aber auch um Geselligkeit und Unterhaltung. Dafür steht seit einigen Jahren auch die „Büttelwache“, die diesmal unter dem Motto „Mir send Jamaika“ das Geschehen in Stadt und Zunft auf die Schippe nahm. Holger Baur, Wolfgang Hänle, Jürgen Jäger und Joachim Schmucker schöpften mit viel Kreativität und Ideen aus einem großen Topf und kamen von Schwarz-Gelb-Grün, Kohleausstieg und Antidiskriminierung bis zu Sexismus und Gleichstellung. Dass man dabei mit einer ganz eigenen Sichtweise die Ehinger Narrenzunft praktisch als vorbildlich bei der Beteiligung von Frauen in Führungspositionen bewerten kann, obwohl unter den sechs Mitgliedern des Narrenrats mit Elvira Mall nur eine Frau vertreten ist, machten Schmucker und Jäger im Dialog deutlich: Schließlich sei einer der Männer Bürgermeister und wegen seiner vielen Termine selten da, ein anderer rede fast gar nichts und die Kügeles-Chefin dagegen für drei. Also: „Gleichstellong!“

Einen goldverzierten Riesenorden gab es von der „Büttelwache“ für Peter Oelmajer in Anspielung darauf, dass der Hexenchef und Narrenzunft-Vize immer wieder die kleinen Verdienstorden moniert hat. 

Die Dämonen punkteten beim Mate-Tag mit einem urigen Fasnetsquiz aus der Ehinger Stadtgeschichte und die Zumba-Mädels als Formation aus verschiedenen Narrengruppe brachten mit ihrer fetzigen Tanzeinlage den Saal auch in diesem Jahr wieder zum Beben.

Ehrungen für Freunde und Förderer der Zunft und für verdiente Narren

Ehrungen Jede Menge Orden hat Zunftmeister Peter Kienle verliehen. Ausgezeichnet wurden als Freunde, Helfer und Gönner der Narrenzunft:  Josef Schwertfeger (Bauhof Ehingen), Tobias Schmidberger (Polizei), Oliver Burget (Feuerwehr), Andreas Korth (DRK), Franziska Hofherr (Ordnungsamt), Martin Frick (Spielmannszug) und Gerhard Steiner (Trommgesellenzunft Munderkingen). Sonderorden erhielten Hans Heckenberger, Hans-Jürgen Knöpfle und Wolfgang Nussbaumer als langjährige Kügelesbäcker sowie Wolfgang Stiehle für die „Klepperleskapelle“.
Aus den Narrengruppen ausgezeichnet wurden von den Dämonen: Bettina Gihr, Alexander Mayer, Jenny Bachmann, Stefan Reiser, Miriam Renner, Ecki Rybinski, Beate Thomsen und Edith Woger. Von den Hexen: Laura Allgäuer, Franz Bürk, Christina Geiselhart, Andreas Knoll, Franziska Reichle, Heike Sayer, Natalie Schick und Sabina Schulze. Von den Kügele: Roland Leicht, Ulrike Kiem, Jonny Kuhn, Karin Rechtsteiner und Erich Wendel. Muckenspritzer: Susanne Merkle-Götz, Sarah Münz, Isabell Ochs und Andreas Sdebik. Matekapelle: Gabriel Zahn, Jürgen Braig und Michael Peter. Büttel- und Krettenweiber: Tobias Berger, Wolfgang Hänle und Taras Schön.