Gesundheitsforum Gallensteine – operieren oder nicht, das ist hier die Frage

swp 30.12.2016

„Da kommt einem die Galle hoch“ – das war eine der Redensarten, mit denen Bernd Nasifoglu seinen Vortrag im Gesundheitsforum eingeleitet hat. Was es damit auf sich hat, wenn einem Gift und Galle hochkommen, und was moderne Medizin bei Erkrankungen der Galle tun kann, war Thema des Sektionsleiters Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Klinik in Ehingen.

Die Gallenblase ist Speicherort für die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit, die ausgeschüttet wird, um Fett zu verdauen. Durch eine veränderte Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit können kleine oder größere Gallensteine entstehen, die nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch verhindern, dass die Galle in den Darm abgegeben werden kann, berichtet Caroline Christian, stellvertretende Pressesprecherin der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales. 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung haben Gallensteine – oft völlig symptomlos, wenn sie am oberen Ende der Gallenblase liegen. Rutschen sie allerdings Richtung Ausgang oder bis an den Übergang des Gallenganges zum Zwölffingerdarm und blockieren dort die Passage, dann sind Beschwerden programmiert, von Koliken bis zu gefährlichen Entzündungen.

Manchmal Eingriff ratsam

Im besten Fall gehen Gallensteine von selbst und unbemerkt ab. Wenn sie jedoch wachsen und den natürlichen Stoffwechsel schmerzhaft blockieren, dann ist ein – meist minimal-invasiver – Eingriff ratsam. Denn aller Erfahrung nach geben die Steine, wenn sie einmal eine schmerzhafte Kolik verursacht haben, keine Ruhe mehr. In Vollnarkose wird dabei die Gallenblase über vier wenige Millimeter große Zugänge in der Bauchdecke mit Hilfe einer Kamera lokalisiert, dann abgetrennt und schließlich entfernt. Die Patienten können nach diesem vergleichsweise harmlosen Eingriff in der Regel nach zwei bis vier Tagen wieder nach Hause gehen.

Eine über viele Jahre unbehandelte, steinreiche Gallenblase birgt ein erhöhtes Krebsrisiko,  mahnte Nasifoglu vor zu langem Zögern. Das sollten Patienten wissen und nicht zu lange mit dem Eingriff warten.