Vorschrift Drohnen: Gaffer schauen in die Röhre

Eine Drohne steigt in den blauen Himmel. Immer mehr Privatleute besitzen ein solches Fluggerät. Für den Betrieb gelten dabei aber strenge Regeln.
Eine Drohne steigt in den blauen Himmel. Immer mehr Privatleute besitzen ein solches Fluggerät. Für den Betrieb gelten dabei aber strenge Regeln. © Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Ehingen / Bernd Rindle 07.08.2018
Die Stadt Ehingen weist auf die gesetzlichen Grundlagen für den Betrieb von Drohnen hin. Über Rettungskräften darf etwa kein privates Flugobjekt mit Kamera kreisen.

Reinhard Mey irrt: Über den Wolken ist die Freiheit mitnichten grenzenlos. Darunter übrigens auch nicht, was für allem für Drohnen gilt. Nachdem die Rotor-getriebenen Flugvehikel frei erhältlich sind und keiner Nutzungsvoraussetzung unterliegen, weist die Ehinger Stadtverwaltung vorsichtshalber auf gesetzliche Regelungen hin, die für alle gelten, die Drohnen in die Lüfte steigen lassen. So schauen etwa potenzielle Gaffer mit Fernbedienung in die Röhre: „Ein generelles Flugverbot gilt über Einsatzorten von Rettungskräften, Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten und Autobahnen.“

Auch andere neugierige Blicke durch die Linse einer Bordkamera sind nicht zulässig, da der Überflug von Privathäusern und -gärten, aber auch landwirtschaftlichen Flächen „ohne ausdrückliche Genehmigung des Grundstückseigentümers verboten“ sind. In diesem Zusammenhang rät Franziska Hofherr von der kommunalen Pressestelle zu konsequentem Handeln: „Wenn Sie eine Drohne oder ein anderes Modellfluggerät über Ihrem Grundstück bemerken, zögern Sie nicht und rufen Sie das örtliche Polizeirevier an.“

Ansonsten sei der Betrieb einer Drohne, „vor allem wenn sie mit einer Kamera ausgestattet ist“, straffrei nur auf Modellflugplätzen möglich. Für die gilt seit gut zehn Monaten ohnehin eine Kennzeichnungspflicht. Genauer gesagt sind Besitzer einer Drohne, die schwerer ist als 250 Gramm –  was mehr oder weniger alle Modelle mit Kamera oder ähnlicher Ausstattung betrifft – gehalten, das Fluggerät mit einer Plakette samt Namen und Adresse zu versehen. Was im Schadensfall die Feststellung des Halters erleichtern soll. Für die Regulierung reicht in der Regel die Privat-Haftpflichtversicherung nicht, wie Hofherr weiß, da es sich „um den Betrieb eines Luftfahrzeugs handelt“. In diesem Fall sei eine sogenannte Halter-Haftpflichtversicherung erforderlich.

Der Flugplatz ist geschützt

Bislang ist es im Ehinger Luftraum aber noch zu keinen Unregelmäßigkeiten gekommen – zumindest, was die behördliche Kenntnis betrifft. Im Polizeipräsidium Ulm ist „kein Vorgang bekannt“, bei deren Ehinger Kollegen auch nicht. Drohnenflüge, erinnert der Beamte, seien „nicht sonderlich häufig“, und wenn, „dann waren sie angemeldet“. Diesbezügliche Ordnungswidrigkeiten „gab es bei uns noch gar nicht“, sagt die städtische Pressesprecherin Bettina Gihr, die beim Ordnungsamt nachgefragt hat.

Und dort, wo der Luftraum zum Fliegen da ist, hat sich aus guten Gründen noch keine Drohne hin verirrt: „Die sollten grundsätzlich Abstand halten, dass sollten die Besitzer wissen“, ist Eberhard Sautter, Vorsitzender des Luftsportvereins Erbach, kurz angebunden. „Bisher gab es keine Vorkommnisse, unser Flugplatz ist geschützt.“

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