Vorhaben Gästehaus am „Hohler Felsen“ geplant

Auf dem Gelände des Gasthauses „Hohler Felsen“ in Schelklingen ist ein Gästehaus geplant. Momentan wird das Gasthaus nicht betrieben.
Auf dem Gelände des Gasthauses „Hohler Felsen“ in Schelklingen ist ein Gästehaus geplant. Momentan wird das Gasthaus nicht betrieben. © Foto: Sommer
Schelklingen / Bernhard Raidt 20.07.2018

Die Pläne für einen Anbau an der Gaststätte „Hohler Felsen“ in Schelklingen haben am Mittwoch zu einer Auseinandersetzung zwischen Stadtrat Michael Strobl (Freie Wähler) und Bürgermeister Ulrich Ruckh geführt (siehe Info). Wie berichtet, hatte die Mehrheit des Gemeinderats Ende Juni den formlosen Antrag abgelehnt, dass ein neues Gästehaus bei der Gaststätte näher an die Ach gebaut werden darf. Statt der vorgeschriebenen fünf Meter wollte der Bauherr 2,50 Meter Abstand vom Gewässer halten.

Ruckh und einige Räte sprachen damals die Hochwasser-Problematik an, auch das Wassergesetz gebe da klare Vorschriften. Die Räte lehnten den Antrag auf eine Befreiung von den Vorschriften ab.

Räume für Touristen

Inzwischen ist Näheres über die Pläne zu erfahren. Der Architekt und ehemalige Vorsitzende des Schelklinger Gewerbevereins, Ralf Burger, berichtet, dass die Firma Blue Project aus Blaubeuren plant, dem Gasthaus und dem Gelände an der viel befahrenen Bundesstraße neues Leben einzuhauchen. Für die Besucher des nahen Weltkulturerbes Hohler Fels, Radfahrer auf dem Donau-Radwanderweg und andere Besucher der Stadt soll ein Angebot geschaffen werden. Die bisherige Gaststätte „Hohler Felsen“ sei zu klein für die Pläne, deshalb sei die Idee gewesen, noch einen Neubau an der Stelle zu errichten. Dazu gehören laut Burger ein schöner großer Gastraum an der Ach entlang und im oberen Stockwerk Übernachtungsräume. Die Ach sollte optisch integriert werden.

Schmales Grundstück

Das Problem sei, dass man auf einem relativ schmalen Grundstück tätig sei, sagte Burger. Es müssten ja noch Stellplätze errichtet werden. Mit fünf Metern Abstand zum Fluss sei das Gebäude nicht wirtschaftlich zu bauen. Er habe deshalb Vorab-Gespräche mit dem Landratsamt in Ulm geführt. Die seien sehr positiv verlaufen. Die Bedingung sei dort gewesen, dass die Stadt die Befreiung vom Fünf-Meter-Abstand erteile. „Ich hatte deshalb gar keinen Zweifel, dass das durchgeht“, sagte Burger. Umso größer sei sein Erstaunen gewesen, dass die Mehrheit des Gemeinderats die Befreiung abgelehnt habe. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet.“

Es gebe nun Zweifel, ob das Vorhaben in Schelklingen richtig sei. Ganz gestorben sei das Projekt aber noch nicht. „Wir warten jetzt erst einmal die schriftliche Begründung ab, dann sehen wir weiter“, sagt Burger. Der Architekt ist weiterhin davon überzeugt, dass die Pläne für den neuen Gastraum an der Bundesstraße eine Aufwertung für Schelklingen bedeuten.

Disput zwischen Strobl und Ruckh

Falsche Entscheidung? Stadtrat Michael  Strobl (Freie Wähler) meldete sich unter dem Punkt „Sonstiges“ im Technik- und Umweltausschusses zu Wort. Der Bauvorhaben an der Gaststätte „Hohler Felsen“ wäre eine Verbesserung für die Stadt gewesen. Das Gremium habe da zu schnell zu falsch entschieden. Er bitte darum, beim nächsten Mal genauer hinzusehen, sonst sehe es bald duster aus in der Stadt. Die Absage habe jetzt dazu geführt, dass der Investor sich zurückgezogen habe, sagte Strobl. Laut Architekt Burger ist die Sache aber noch nicht endgültig entschieden (siehe oben).

Unterbrechung Strobl wollte noch weiter reden – wurde aber von Ruckh unterbrochen. „Wenn Sie keine neuen Erkenntnisse haben, bitte ich Sie, jetzt Ihre politische Wortmeldung zu beenden“, sagte der Bürgermeister im strengen Ton. „Lassen Sie mich bitte aussprechen“, erwiderte der Stadtrat. Ruckh verneinte – Strobl verkünde einfach eine politische Meinung, die nicht zu diesem Tagesordnungspunkt passe. „Wenn ich nicht fertig schwätzen darf, frage ich mich, was mein Job hier als Stadtrat ist“, schimpfte Strobl. Strobls Job sei es, sachgerechte Entscheidungen zu treffen, sagte Ruckh. Und er müsse es akzeptieren, wenn eine Mehrheitsentscheidung gegen seine persönliche Auffassung erfolge. ben

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