Konzert Fröhlich und furios

Ehingen / Christina Kirsch 20.06.2018
Ein mitreißendes Gemeinschaftswerk der Chöre und Orchester des Johann-Vanotti-Gymnasiums begeisterte die Zuhörer.

Das erste musikalische Bonbon beim Showkonzert der Ensembles des Johann-Vanotti-Gymnasiums servierten syrische Gastmusiker mit einem Stück über ihre Heimatstadt Aleppo. Der Gitarrist Bernd Geisler arrangierte den Ausflug in ein Land, das einst blühte und nun dem Krieg anheimgefallen ist. Parallel zur Musik waren Bilder der Stadt von einst und heute eingeblendet. In dem auf Arabisch gesungenen Lied spielte Bernd Geisler die Saz, Mahmoud Shaheen die Oud und Modar Krris schlug die Trommel. Zum Mikrophon griff Abdulrahman Mansour und auch die Schüler sangen auf Arabisch. Zum besseren Verständnis konnte das Publikum den eingeblendeten Text mitlesen.

Einen Querschnitt durch Jazz, Walzer und Musical ließ im Anschluss das Streichorchester hören. Unter der Leitung von Gabriele Lang intonierten die jungen Musiker das Banana-Thema aus „The Groove String ConneXion“ von Gunther Thiedemann. Jana Schenk begleitete am Klavier. Sehr schwungvoll kam der Dornröschen-Walzer von Tschaikowsky von der Bühne und beim „Adagio con amore“ aus dem Musical „Die Schöne und das Biest“ gerieten die Streicher ins Träumen. Dass sie auch temperamentvoll können und der Streichernachwuchs in den Startlöchern steht, bewies das um die „Kleinen“ verstärkte Orchester mit dem immer schneller werdenden „Chitty chitty bang bang“.

Das Beste herausgekitzelt

Einen schwungvollen Auftritt in passenden Tupfenkleidern legte der Chor beim Songmedley mit Titeln aus „Grease“ auf die Bühne. Wolfgang Gentner kitzelte aus seinen solistischen Sängerinnen und Sängern das Beste heraus und überzeugte mit einem stimmigen Arrangement. Seine kurzen Erklärungen fügten sich nahtlos in die Songs ein. Das poppige Bühnenbild aus der Kunst-AG unter der Leitung von Solveig Senft passte gut zu dem bunten Konzert.

Nach der Pause kam die „Brass Machine“ von Mark Taylor angebraust. Simon Föhr dirigierte die Big Band mit Verve und in dem Titel „No Roots“ von Alice Merton konnte man mit Leonie Reinhardt eine Sängerin erleben, die ihr Temperament bis in die letzte Zuschauerreihe schickte. Ein amüsantes solistisches Duell lieferten sich die Solisten der ausgegliederten Band mit „Chameleon“ von Herbie Hancock. Ein Teil der Musiker wechselte dann die grünen Big-Band-Shirts gegen ein schwarzes Sinfoniker-Outfit. Man hörte süffig und geschmeidig gespielte Ausschnitte aus dem Musical „Porgy and Bess“. Fein herausgespielte Nuancen, die aber immer im Sound bleiben, beherrscht das Orchester hervorragend. Weich und schmeichelnd umgarnten die Musiker ihr Publikum mit der „West Side Story“.

Dass die Orchester sehr gute Musiker in ihren Reihen sitzen haben, hörte man in den Titel „What a Wonderful World“ mit dem Trompeten-Solo von Anna Maria Frankenhauser und beim Beatles-Hit „Hey Jude“, bei dem Laura Kuhn mit einem Posaunen-Solo viel Beifall bekam.

Im großen Finale mit allen Mitwirkenden schlich sich der Chor zum „Tanz der Vampire“ von hinten auf die Bühne und gab sich im gruftigen Outfit ein bisschen unheimlich. Gestern Abend spielten die Ensembles ein zweites Mal und heimsten somit zwei Mal kräftigen Applaus aller Verwandten und Freunde des Gymnasiums ein.

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