Obermarchtal Frische Impulse für die Gemeinschaft

DORIS MOSER 25.07.2016
Allseits gab es gestern Lob für die gelungene Sanierung der 40 Jahre alten Mehrzweckhalle in Obermarchtal. Die hat 1,8 Millionen Euro gekostet.

 Von einem Freudentag, einem markanten Ereignis und einer Bereicherung war die Rede, als gestern die grundlegend sanierte Mehrzweckhalle feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde und den kirchlichen Segen erhielt. In nur 15 Monaten wurde ein stattliches Bauprogramm abgewickelt. Den beteiligten Planern, Fachingenieuren und Handwerkern bescheinigte Bürgermeister Anton Buck gute Arbeit vor den rund 200 Gästen. Vor vier Jahrzehnten als Sporthalle gebaut, folgte 1985 ein Küchenbereich und 1999 der Bühnenanbau. Bei der jetzigen grundlegenden Sanierung kamen ein großes Foyer und eine Empore für Zuschauer dazu, ferner neue Lagerräume und ein moderner Sanitärbereich. „Damit ist die Halle für eine noch breitere Nutzung geeignet und wird sicher neue Akzente im Gemeindeleben setzen“, ermunterte Buck.

Die Baukosten blieben mit 1,8 Millionen im Rahmen, bedeuten aber gleichwohl einen Kraftakt für die Gemeinde. Zuschüsse über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und den Ausgleichstock sowie die Sportförderung mit insgesamt 778 000 Euro waren eine wichtige Hilfe. Hier erinnerte Buck an den Besuch zweier Beamter vom Regierungspräsidium, die sich während einer geselligen Stippvisite auf dem Kathreinenmarkt in Munderkingen vollends von der notwendigen Geldspritze überzeugen ließen. Die Halle wird im Bereich Schulsport stark frequentiert, von der Grundschule, der Mädchen-Realschule und dem Studienkolleg, ebenso entfaltet der Sportverein viele Aktivitäten. Dazu beleben die örtlichen Vereine mit Kultur, Festen und Partys das Gemeindeleben.

Nur ein halbes Jahr war dank des straffen Zeitplanes wegen der Bauarbeiten kein Betrieb möglich. Besonderen Dank zollte der Bürgermeister dem Architekt Uli Böttcher sowie Bauleiter Andreas Heinze für die durchdachte Planung und den reibungslosen Ablauf. „Es gab zwar viele Defizite, vom viel zu kleinen Eingangsbereich über die Toiletten bis hin zum Brandschutz, doch das Bauwerk war in seiner Art erhaltenswert, und so fiel die Entscheidung im Gemeinderat für die Sanierung. Auch ein kompletter Neubau stand zur Diskussion. „Es wäre insgesamt ein Umdenken dahingehend geboten, mit den Ressourcen sorgsamer umzugehen“, gab Böttcher zu verstehen. Von April 2015 an wurde das Gebäude entkernt, komplett neu aufgebaut und ausgestaltet. Dabei waren energetische Gesichtspunkte ebenso wichtig wie die moderne Technik und Funktionalität.

Komplett neu gestaltet wurde der Außenbereich. „Der Bauleiter, ein großer Herr mit Vollbart, ist ab Montag wieder im Rathaus anzutreffen“, merkte Uli Böttcher an und spielte damit auf die starke Präsenz des Bürgermeisters auf der Baustelle an. „Ihr habt alles richtig gemacht“, lautete das Kompliment von Landrat Heinz Seiffert, der die Halle als Bindeglied in der Bevölkerung und als wichtigen Faktor für die Lebensqualität bewertete. Es sei richtig und wichtig, wenn solche Projekte vom Land gefördert werden, denn sie stiften Gemeinschaft, betonte Seiffert.

Sport, Spiel und Kameradschaft sollen sich in der Halle entfalten, getragen von Hilfsbereitschaft und Respekt, so wünschte Pfarrer Venatio Oforka, der mit Diakon Johannes Hänn den kirchlichen Segen überbrachte. Mit Freude waren die Kinder der Grundschule in Aktion, trugen einen extra getesteten Vers über die Halle als „tollen Hit“ vor und ernteten für ihren Sternentanz herzlichen Applaus. Der war auch der Jazztanzgruppe des Sportvereins und der Musikkapelle Obermarchtal für ihre Beiträge sicher. Eingebunden war die Einweihung der Halle in das Sportwochenende des Sportvereins, das am Nachmittag auf dem benachbarten Gelände mit einem Blitzturnier für Unterhaltung sorgte.