Es ist bereits ein Tag vergangen, doch Katja Schirner kann an diesem Montagvormittag immer noch nicht so recht begreifen, was da am Muttertag auf dem Ehinger Friedhof geschehen ist. Ein Vorfall, der bei ihr und ihrer Familie für Fassungslosigkeit sorgt. „Das geht doch nicht“ und „Wie kann man nur“ streut sie in ihre Schilderungen ein. Was war geschehen?

Blumenstrauß ist plötzlich weg

Ihre Schwester, ihr Vater und sie hatten Geld zusammengelegt, um der im Sommer verstorbenen Mutter Elisabeth Lauber einen großen Blumenstrauß zum Muttertag zu besorgen, erzählt Schirner. „Wunder-wunderschön“ sei der Strauß gewesen und habe bereits von Samstagabend an das Grab ihrer Mutter geschmückt. Doch nicht lange. Als am Sonntagmittag ihre Schwester das Grab besuchen ging, sei der Strauß nicht mehr dort gewesen. „Meine Schwester hat sich gefühlt, als ob ihr jemand ein Messer ins Herz gestochen hätte“, berichtet Schirner.

Wütend und traurig zugleich

Sie selbst und ihr Vater hätten geweint. „Dass man das noch dazu bei einem Menschen macht, bei dem der Tod noch nicht einmal ein Jahr her ist“, sagt sie, wütend und traurig zugleich. „Es geht doch nicht, dass man einfach auf den Friedhof geht und sich den schönsten Strauß klaut.“

Anzeigen möchte Schirner den Diebstahl aber nicht, und auch der Stadtverwaltung sind Vorkommnisse dieser Art nicht bekannt, wie Sprecherin Bettina Gihr mitteilt. So ist bislang davon auszugehen, dass es sich um die Einzeltat eines pietätlosen Friedhofsbesuchers handelt. Schirner hat jedenfalls noch die leise Hoffnung, dass den Täter das schlechte Gewissen drückt und er den Strauß wieder zurückbringt oder er ihn durch einen anderen ersetzt.