Glaube Frauenordination: „Inzwischen sind wir viele“

Die Pfarrerinnen Silvia Schmelzer, Rahel Kießecker, Susanne Richter, Susanne Vetter, Anneliese Suur, Margot Lenz und Eva Knoblauch (von links) feierten in der Stadtkirche das Ordinations-Jubiläum.
Die Pfarrerinnen Silvia Schmelzer, Rahel Kießecker, Susanne Richter, Susanne Vetter, Anneliese Suur, Margot Lenz und Eva Knoblauch (von links) feierten in der Stadtkirche das Ordinations-Jubiläum. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 24.07.2018

Als einen „Meilenstein für uns Pfarrerinnen“ bezeichnete Pfarrerin Susanne Richter das Jubiläum „50 Jahre Frauenordination“ in der evangelischen Landeskirche Württemberg. Diese Gleichstellung von Pfarrern und Pfarrerinnen feierten rund 100 Gottesdienstbesucher in der evangelischen Stadtkirche mit einem fast zweistündigen Abendmahlsgottesdienst.

Sieben Pfarrerinnen aus dem Kirchenbezirk Ulm und Blaubeuren gingen in dem Gottesdienst auf die unterschiedlichen Beweggründe ein, warum sie den Beruf gewählt haben. „Inzwischen sind wir viele geworden“, meinte Pfarrerin Rahel Kießecker, die in Asch tätig ist. Im Studium sei der Anteil von Männern und Frauen beinahe ausgeglichen. In der württembergischen Landeskirche beträgt der Frauenanteil 38 Prozent. Sie sei stolz darauf, Pfarrerin zu sein, bekannte Anneliese Suur aus Blaustein.

Schon genug in der Familie

Als ihr Bruder Pfarrer wurde, habe es in der Familie geheißen, dass das eigentlich genug sei, erinnerte sich die Ehinger Pfarrerin Susanne Richter. Für ihre Ehinger Kollegin Margot Lenz war es eine Pfarrverweserin, die den Anstoß gab, Theologie zu studieren. „Bei mir war es nur lange nicht klar, ob es Frankreich oder Deutschland werden würde“, bekannte Lenz. Während die Ehinger Pfarrerinnen, die seit rund 30 Jahren Dienst tun, zu Beginn ihres Berufsleben noch mit manchen Widrigkeiten aufgrund ihres Geschlechts kämpften, „fühlt sich meine Generation in den Gemeinden willkommen geheißen“, erklärte Rahel Kieß­ecker.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Das Weib sch(t)eige in der Gemeinde“, was Susanne Vetter bildlich darstellte. Die Pfarrerin, die in der Altenpflegeheimseelsorge in Ulm tätig ist, hat eine Ausbildung als Clownin absolviert und trat im Gottesdienst als Putzfrau mit einer Leiter auf. Zuerst wienerte sie die Kanzel und die Kirchenbänke und hängte nebenbei Putzlappen auf eine Leine, die aneinander gereiht den Schriftzug des Gottesdienstthemas ergaben.

Neben den Ehinger Stadtpfarrerinnen Margot Lenz und Susanne Richter übernahmen noch Eva Knoblauch aus dem Ulmer Kirchenbezirk, Pfarrerin Anneliese Suur aus Blaustein, Seelsorgerin Susanne Vetter, Pfarrerin Silvia Schmelzer aus Blaubeuren und Rahel Kießecker, Pfarrerin in Asch, Sonderbuch und Wippingen, die Schriftlesung und Predigt. Fürs gemeinsame Abendmahl gruppierten sich die Gottesdienstbesucher im Halbkreis um den Altar.

Die Kantorei unter Leitung von Christoph Mehner begleitete den Gottesdienst musikalisch. Für die Kinder gab es ein Kinderprogramm mit den beiden Clowninnen Irene Gröh-Schaufler und Irene Rieger.

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