Obermarchtal / MARIA BLOCHING

Annehmen – Begleiten – Chancen bieten“ – unter anderem dieses Motto mache die Franz-von- Sales-Realschule in Obermarchtal für Mädchen attraktiv. Denn dort werden sie laut Schulleiterin Simone Mühlberger in ihrer Individualität angenommen, und wertgeschätzt, ermutigt und ermuntert. 480 Schülerinnen besuchen derzeit in 18 Klassen die Mädchen-Realschule, auch im kommenden Schuljahr wird es wieder einen dreizügigen Jahrgang geben. „Wir mussten bisher noch nie Schülerinnen abweisen“, sagte Simone Mühlberger, immer hätten alle Platz gefunden.

Dass das Interesse am Unterrichtsmodell des Marchtaler Plans riesengroß ist, zeigte der enorme Besucherandrang bei der Informationsveranstaltung am Samstag, der die Aula aus allen Nähten platzen ließ. Das Einzugsgebiet der Schule reicht von Ertingen bis Schelklingen und bis in die Landkreise Biberach und Reutlingen. Während sich die Eltern informierten, erkundeten ihre Töchter in Gruppen die Schule. Sie durften sich dabei künstlerisch, malerisch und sportlich betätigen und erhielten Einblicke in den Schulalltag.

Das Schulgeld beträgt 56 Euro pro Monat, in der Mensa gibt es ein Mittagessen. Die Diözese bietet für finanzschwache Familien Stipendienfonds an, außerdem gibt es Familienermäßigung.

Der Schulverein sorgt für eine  enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern und unterstützt verschiedene Projekte. Für Mütter gibt es einen Frauensingkreis. Markus Blender stellte das Schwerpunktangebot mit Musik, Sport und Bildende Kunst vor. „Es geht um Talente, Stärken und Schwächen“, sagte er.

Auch der Schulpastorale kommt ein besonderes Augenmerk zu. Damit soll, wie Annetta Hofherr sagte, zu einer „lebendigen und schülerfreundlichen Schule“ beigetragen werden, die Orientierungshilfe in allen Sinn- und Lebensfragen geben könne. Es werden Gottesdienste gefeiert und Adventsbesinnungen abgehalten, es gibt Wallfahrten und Besinnungstage, sinnstiftende Angebote und besonders für Prüflinge eine mentale Vorbereitung.

In der Schule gibt’s auch soziale Aspekte, unter anderem durch das Programm SIE (Schülerinnen im Einsatz), das außer  Lernbegleitung und Hausaufgabenbetreuung durch ältere Schülerinnen auch ein Praktikum im Alten- und Pflegeheim Untermarchtal sowie Engagement beim Kinderschutzbund Ehingen beinhaltet.

48 Prozent der Schulabgängerinnen des vergangenen Jahres haben auf ein Gymnasium gewechselt, 21 Prozent begannen eine Ausbildung, 24 Prozent gingen auf ein Berufskolleg und sieben Prozent absolvierten ein FSJ oder ein Auslandsjahr. „Der Weg danach ist in verschiedene Richtungen offen“, betonte Mühlberger. Seit zwei Jahren können die Schülerinnen nach Klasse 9 den Hauptschulabschluss machen.