Schon in der nächsten Woche sollen voraussichtlich 60 Flüchtlinge und Asylsuchende ins Schloss in Granheim einziehen. Wie Oberbürgermeister Alexander Baumann am Mittwochabend in der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses des Ehinger Gemeinderats bekanntgab, hat der Alb-Donau-Kreis in dem seit Jahren zum Verkauf stehenden Gebäude Räume angemietet. Die bestehenden Gemeinschafts- und Ausweichunterkünfte im Kreisgebiet seien belegt; gleichzeitig kommen aber knapp 100 neue Flüchtlinge aus den Erstaufnahmestellen des Landes im Alb-Donau-Kreis an. Der Kreis sei deshalb ständig auf der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten.

Weitere 30 Personen sollen zu einem späteren Zeitpunkt im benachbarten Wirtschaftsgebäude auf dem Schlossgelände eine Unterkunft finden. Dafür sind aber nach Angaben Baumanns bauliche und brandschutztechnische Veränderungen notwendig, die erst noch abgeschlossen werden müssen.

Zur Flüchtlingsunterbringung in Granheim gibt es am kommenden Mittwoch, 2. Dezember, eine Informationsveranstaltung von Kreis, Stadt und Ortsverwaltung. Beginn ist um 19 Uhr in der Albhalle in Granheim.

Die außergewöhnliche Immobilie wird seit mehr als zwei Jahren zum Verkauf angeboten – zuerst von einem Reutlinger Maklerbüro für 2,8 Millionen Euro, zuletzt von Sotheby’s International Realty in Berlin für 2,75 Millionen Euro. Das Schloss, im 15. Jahrhundert auf dem Grund der ehemaligen Burg Granheim erbaut und 1776 von der Familie von Speth Schülzburg mit Anleihen bei Barock und Klassizismus erneuert, steht unter Denkmalschutz und ist 2006 aufwendig renoviert worden. Im September 2013 hat Engels & Völkers im Exposé von weit über 1000 Quadratmeter Wohnfläche in vier abgeschlossenen Wohnungen geschrieben, die durch weitere 13 Räume im nördlichen Teil des Seitenflügels ergänzt werden könnten. Als Eigentümer des Schlosses gilt Familie von Massenbach, eine vom Amtsgericht Ulm angeordnete Zwangsversteigerung ist 2013 wieder abgesagt worden. Geschätzter Verkehrswert damals: 1,26 Millionen Euro.