Breitbandausbau Firmen hoffen auf schnelles Internet

Gestern war Spatenstich für den Breitbandausbau im Interkommunalen Gewerbegebiet in Munderkingen.
Gestern war Spatenstich für den Breitbandausbau im Interkommunalen Gewerbegebiet in Munderkingen. © Foto: Maria Bloching
Munderkingen / Maria Bloching 05.12.2018

Wenn es das Wetter im Winter zulässt, sollen die Betriebe im Interkommunalen Gewerbegebiet Munderkingen (IGM) bereits im Sommer an das superschnelle Internet über Glasfaser angeschlossen sein. Damit ginge ein großer Wunsch des IGM in Erfüllung, das sich diese Investition zusätzlich zur Unterstützung vom Land eine halbe Million Euro kosten lässt. Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner verglich beim Spatenstich gestern Betriebe ohne schnelles Internet mit Raketen ohne Treibstoff und versprach: „Wir bringen Glasfaser direkt ins Haus und an den Rechner. Damit entstehen unbegrenzte Möglichkeiten.“

Für IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle ist die Glasfaservoll­erschließung ein wichtiges Signal, das Unternehmen aus der gesamten Innovationsregion Ulm aufmerksam wahrnehmen würden. Er sprach von einem „wichtigen Standortfaktor“ für das Gewerbe, aber auch für junge Menschen, die dadurch im ländlichen Gebiet gehalten werden könnten. Ein guter Breitbandausbau sei gleichbleibend mit einer guten Infrastruktur und stelle die Voraussetzung für die Zukunft dar.

Klaus Härle von der EnBW informierte über den Breitbandausbau, der neben den Tiefbauarbeiten mit Verlegung von Leerrohren auch Information und Beratung umfasst. Netze BW wird auf rund 1800 Metern Länge Leerrohre verlegen; 12 der aktuell 22 Betriebe haben bereits ihr Interesse an einem Anschluss bekundet. Alle Grundstücke erhalten vorsorglich eine Vorstreckung, auch die im Moment noch nicht bebauten. Die Glasfasern werden nach Abschluss der Tiefbauarbeiten in die Mikroleerrohre eingeblasen.

Für Wolfgang Koller vom Alb-Donau-Kreis ist Digitalisierung kein kurzfristiger Trend und auch keine Modeerscheinung. „Man braucht sie in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.“ Es sei wichtig, den Breitbandausbau als Basis einer zukunftsträchtigen Infrastruktur voranzutreiben. Mehr als 11,5 Millionen Euro habe der Alb-Donau-Kreis für sein Backbone-Netz bereits an Fördergeldern vom Land erhalten, die Gemeinden und Städte seien auf einem guten Weg. Im Jahr 2020 will der Alb-Donau-Kreis als einer der ersten im Land über ein flächendeckendes Backbone-Netz verfügen. Die Erschließung in Munderkingen ist dafür ein wichtiger Lückenschluss, von dem auch andere Gemeinden der Verwal-
tungsgemeinschaft profitieren. Das von einem Hochspannungsmast ausgekoppelte Signal der künftigen Netzbetreiberin NetCom geht weiter nach Untermarchtal.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel