Ehingen Firmen bewerten Ehingen

Zufrieden mit dem Ergebnis: OB Baumann und IHK-Geschäftsführer Sälzle mit der IHK-Umfrage. Foto: Raidt
Zufrieden mit dem Ergebnis: OB Baumann und IHK-Geschäftsführer Sälzle mit der IHK-Umfrage. Foto: Raidt
BERNHARD RAIDT 04.12.2012
Wie sehen Unternehmer den Standort Ehingen? Die IHK hat Firmenchefs befragt. Fazit: Die Attraktivität der Stadt ist hoch. Bedarf sehen die Unternehmer aber bei Straßen und der Internet-Versorgung.

Wie sehen Unternehmer den Standort Ehingen? Gestern Abend stellte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm in der Lindenhalle das Ergebnis einer Umfrage vor. Im Frühjahr hatten 65 Firmen aus Ehingen daran teilgenommen. Zwar befinde sich Ehingen im einer Top-Region. Aber die Meinung der Wirtschaft werde oft zu wenig gehört, sagte der Unternehmer Robert Bayer zur Begrüßung.

IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle und Jonas Pürckhauer, Leiter Standortpolitik bei der IHK, stellten die Umfrage vor. Demnach hat sich die Durchschnittsnote der Stadt verbessert - von 2,3 auf 2,1. Ein besonderes Ehinger Phänomen ist, dass viele Firmen in den nächsten zwei Jahren flächenmäßig expandieren wollen - und zwar zu einem erheblichen Teil in der Region (zu 39 Prozent). Solche Werte werden sonst nirgends erreicht.

Zufrieden sind die Unternehmer mit dem Image der Region, der Versorgungssicherheit mit Strom, der Umweltqualität und dem Berufsschulangebot. Auch Einkaufsmöglichkeiten und Sicherheit werden gut bewertet. Weniger zufrieden als bei der Umfrage 2007 zeigten sich die Firmen mit dem Wohnraumangebot. Auch Weiterbildungs- und Kultur-Angebote schnitten weniger gut ab, und die Verfügbarkeit sowohl von ungelernten als auch hochqualifizierten Mitarbeitern in Ehingen sahen die Firmen schlechter. Handlungsbedarf sahen die Unternehmen auch bei der Versorgung mit schnellem Internet (Breitband, DSL) und mit Gewerbeflächen. Beim Thema Verkehr zeigten sich die Firmen überdurchschnittlich unzufrieden mit der Straßenanbindung. "Ausbau B 311 Richtung Ulm!!!" - gleich mit drei Ausrufezeichen hatte ein Unternehmer dazu eine Anmerkung in den Fragebogen geschrieben.

Oberbürgermeister Alexander Baumann ging in der anschließenden Fragerunde auf viele Punkte einzeln ein. Manche Werte konnte sich der OB nicht recht erklären - das Kulturangebot sei etwa zum Vergleich zu 2007 unverändert groß, es sei sogar die städtische Galerie hinzugekommen. Beim Ausbau der Verkehrsanbindung erwähnte Baumann die Fischerkreuzung und als nächstes Projekt die Borst-Kreuzung. Der Unternehmer Franz Borst fragte gestern Abend nach Details zum Ausbau der Kreuzung, Baumann nannte keine konkreten Zahlen. "Straßenbau ist in diesem Land nicht einfacher geworden", sagte der OB nur. Im Übrigen erwähnte Baumann auch die 40 Personen, die die Stadt neu für die Kinderbetreuung angestellt hat.

IHK-Hauptgeschäftsführer Sälzle warnte eindringlich vor der demographischen Entwicklung. In Zukunft stünden viel weniger Jugendliche für die Betriebe zur Verfügung. Ein Teil der Kinder hätten zudem sprachliche Probleme - Sprachunterricht sei enorm wichtig. Sowohl Sälze als auch der Ehinger Unternehmer Manfred Tries sahen es als Irrweg, die Akademikerausbildung über alles zu stellen. Facharbeiter, nicht Akademiker, seien gefragt.