Industrie Firma Lorenz vor dem nächsten Schritt

Das Gold von Ingstetten: Lorenz-Geschäftsführer Wilhelm Mauß, Manuel Hagel und Bürgermeister Ruckh (von links) mit den Messinggehäusen der Lorenz-Wasserzähler.
Das Gold von Ingstetten: Lorenz-Geschäftsführer Wilhelm Mauß, Manuel Hagel und Bürgermeister Ruckh (von links) mit den Messinggehäusen der Lorenz-Wasserzähler. © Foto: Raidt
Ingstetten / Bernhard Raidt 10.01.2018
Der mehrfach ausgezeichnete Wasserzähler-Hersteller Lorenz aus Ingstetten steht vor dem nächsten Schritt. Es sollen auch Dienstleistungen rund um das Wasserzählen angeboten werden. Dabei spielt eine Kooperation mit der Stadt Schelklingen eine Rolle.

Als ein Leuchtturmprojekt der  Industrie ist die Ingstetter Firma Lorenz vor kurzem vom Wirtschaftsministerium ausgezeichnet worden. Jetzt schwenkt das Unternehmen sein Leuchtfeuer in eine weitere Richtung: Nicht nur die Wasserzähler selbst, sondern auch ein Gesamtpaket rund um das Zählen bietet die Firma an. Lorenz-Geschäftsführer Wilhelm Mauß nannte dem CDU-Abgeordneten Hagel, Schelklingens Bürgermeister Ruckh und Ortsvorsteher Schmucker am Montag Details: So will Lorenz etwa den Kommunen und anderen Wasserversorgern garantieren, dass ihnen über einen Zeitraum von zwölf Jahren die Messergebnisse der Hauswasserzähler zur Verfügung stehen. Die Lorenz-Zähler übermitteln ihre Werte per Funk, die Ableser müssen sich nicht mehr mühsam in jeden Keller vorkämpfen, um die Werte zu erfassen. Demnächst wollen sich auch Lorenz-Geschäftsführer Mauß und Schelklingens Bürgermeister Ruckh zusammensetzen, um über eine solche Kooperation zu sprechen.

Produktion auf der Alb

Die Ingstetter Firma kann weitere Pluspunkte in die Waagschale werfen: Durch eine Zusammenarbeit mit der israelischen Firma Arad bietet Lorenz hochmoderne Haus- und Großwasserzähler an. Sie messen per Ultraschall. Damit fehlen defektanfällige bewegliche Teile, die Geräte arbeiten lange und zuverlässig.

Im Bereich der Haus- und Großwasserzähler ist Lorenz in einem Markt tätig, der von US-amerikanischen Konzernen dominiert wird. Das Unternehmen setzt im Wettbewerb auf schwäbische Tugenden, die es bereits im Bereich der kleineren Wohnungswasserzähler erfolgreich gemacht haben. Denn während die Konkurrenz Plastik nutzt, wird bei Lorenz stabiles Messing verarbeitet. Der Clou dabei: Die Lorenz-Zähler sind so nicht nur äußerst stabil, sie können auch wiederverwendet werden. Sie kommen nach Ablauf ihrer Betriebsdauer zurück nach Ingstetten und werden dort zu neuen Zählern umgerüstet.

Wilhelm Mauß möchte, dass in Zukunft die Haus- und Großwasserzähler nicht nur bei Arad in Israel, sondern auch in Ingstetten produziert werden. Die Kapazitäten und das technische Wissen  seien vorhanden, sagt Mauß. Steht auch eine Beteiligung an dem israelischen Hersteller im Raum? „Schauen wir mal“, sagt Wilhelm Mauß lächelnd. Es sei vieles vorstellbar

Eine wichtige Rolle bei der Zählerherstellung spielt die Hygiene. „Da kann es nur 100 Prozent geben“; sagt Mauß. „99,9 Prozent reichen einfach nicht.“ Deshalb werden die Lorenz-Zähler in einem einzigartigen, geprüften Hygienekonzept behandelt, um eine Verunreinigung des Leitungswassers durch die Zähler zu vermeiden.

Umweltschonende Produktion

Wegen der sorgfältigen und umweltschonenden Produktion  ist die Firma bereits mehrfach ausgezeichnet  worden. Der CDU-Politiker Hagel erwähnte bei seinem Besuch vor allem das Gütesiegel „Ethics in Business“, das auf einer Untersuchung der Uni St. Gallen beruht. Ortsvorsteher Schmucker lobte das Unternehmen etwa dafür, einem Flüchtling Arbeit geboten zu haben. Lorenz-Geschäftsführer Mauß gab das Lob zurück – Schmucker habe sich da sehr engagiert.

Besonderes Lorenz-Kennzeichen: das Recycling

Arbeitgeber Jährlich mehr als eine Million Wasserzähler stellt die Firma Lorenz in Schelklingen-Ingstetten her. Die Zähler werden etwa von Messdiensten, Wasserversorgern, Kommunen, Brauereien oder Anlagenbauern verwendet. Gegründet worden ist das Unternehmen 1963. Der Umsatz liegt bei 18 Millionen Euro. 162 Beschäftigte arbeiten derzeit bei Lorenz. Ein besonderes Kennzeichen von Lorenz ist das Recycling von Produkten.

Technologieführer Die Firma bezeichnet sich als deutschen Technologieführer für Wohnungs-, Haus- und Großwasserzähler. Dabei gibt es eine Kooperation mit der Firma Arad aus Israel, die Ultraschall-Zähler herstellt.

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