Rettung Feuerwehr übt am Kloster

Großübung in Untermarchtal: Mit der Drehleiter bekämpft die Munderkinger Wehr den angenommenen Brand.
Großübung in Untermarchtal: Mit der Drehleiter bekämpft die Munderkinger Wehr den angenommenen Brand. © Foto: Dietmar Burgmaier
Untermarchtal / Dietmar Burgmaier 04.07.2018

„Großbrand im Kloster Untermarchtal“ – dies war die Annahme für eine große Feuerwehrübung am Montagabend am Kloster Untermarchtal. 65 Feuerwehrleute aus  Untermarchtal, Munderkingen und Obermarchtal rückten dazu an.

Ziel der Übung war es, einige Personen im betroffenen Gebäudetrakt St. Maria zu retten. Dazu mussten mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten in dieses Haus eindringen. Sie nahmen jeweils einen Schlauch mit, um sich selbst vor den „Flammen“ zu schützen. Die Wasserversorgung lief unter anderem über insgesamt drei Schlauchverbindungen zur Donau.

Der Kommandant der Untermarchtaler Wehr, Wolfgang Merkle, sagte im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE: „Bei einem Brand dieser Größenordnung brauchen wir genügend Löschwasser.“ Da das Vordringen ins Gebäudeinnere Vorrang hatte, konnte die Wasserkanone der Drehleiter aus Munderkingen erst eine Dreiviertelstunde nach der Alarmierung mit Wasser versorgt werden. „Im Ernstfall hätten wir zwei, drei Drehleitern hier.“ Diese kämen voraussichtlich aus Ehingen und Blaubeuren.

Viele beobachten die Großübung

Die Großübung wurde von zahlreichen Interessierten beobachtet. Sie konnten sehen, dass die Rettung der im Gebäudetrakt St. Maria eingeschlossenen Personen auf drei Geschossen funktionierte. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Untermarchtal mimten die vier Verletzten. Sie wurden von den mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrmännern ins Freie geführt. Im Ernstfall hätte sie dann das Rote Kreuz übernommen. Das war bei der Übung allerdings nicht dabei.

Bei einem wirklichen Brand müssen die Handgriffe der Wehrleute sitzen. Deshalb üben die Feuerwehren regelmäßig an den Klostergebäuden, sei es im Mutterhaus oder beim Pflegeheim Maria Hilf. „Wichtig ist, dass die Mechanismen greifen“, sagte Kommandant Merkle: „Die Übungen sind bei uns schon zur Routine geworden.“ Sie sollen dem besseren Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Wehren dienen.

Am Montagabend waren insgesamt zehn Feuerwehr-Fahrzeuge im Einsatz. Zwei Fahrzeuge kamen aus Untermarchtal; die Wehr Munderkingen rückte mit einem ganzen Löschzug an. Die Obermarchtaler kamen mit zwei Staffeln. Dazu kam noch die Führungsgruppe aus dem Raum Munderkingen mit einem Auto aus Rottenacker. Die Drehleiter-Spritze aus Munderkingen hatte die Aufgabe, den Dachstuhlbrand von der Schloss-Seite her zu bekämpfen; die Obermarchtaler rückten vom Norden her auf das Gebäude vor.

Wie könnte ein so großer Brand entstehen? Dafür kann es mehrere Ursachen geben, sagte Kommandant Merkle. Da gibt es zum einen einen technischen Defekt wie beispielsweise einen Kurzschluss, aber es kommt auch menschliches Versagen vor, beispielsweise das unsachgemäße Abbrennen einer Kerze. Eine weitere Gefahr ist der Blitzschlag. Im Ernstfall würde das Alarmsystem im Gebäude schnell anspringen, sagte der Kommandant. Bei der Übung am Montagabend hatte er selber den Alarm bei der Leitstelle ausgelöst. Die Fahrzeuge rückten dann mit Blaulicht und Martinshorn an.

Nach der Übung waren alle Helfer ins Untermarchtaler Feuerwehrhaus zu einem Vesper eingeladen. Das hatte die Altersabteilung der Wehr vorbereitet.

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