Die Kindergartenkinder machten es vor: Ganz „Feuer und Flamme“ für die Fasnet, präsentierten sie sich beim Umzug als Feuerwehrleute im Einsatz samt Feuerwehrauto um den Bauch und sangen munter ein Feuerwehrlied. „Das ist unser Obermarchtaler Umzug - kunterbunt, lebendig und aktionistisch“, freute sich Zunftmeister Florian Siegle beim Anblick der insgesamt 15 Gruppen in schönen Kostümen und mit fantasiereichen Requisiten. „Darauf liegt das Hauptaugenmerk unserer Hausfasnet, die seit nunmehr 100 Jahren besteht und sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.“

Bereits am Vormittag sei beim Empfang gefrotzelt und gestichelt worden, erzählte Siegle: „Jeder teilt aus und niemand nimmt es krumm.“ Und beim Umzug ging das so weiter. So machten die „Schnäddrakischda Männer“ den Schweinegestank im „Duftkurort“ Obermarchtal zum Thema und hatten mit ihrem Wagen samt Duftbaum und Spray ein Gegenmittel parat: „Gega fiesa Saua-Gschdank, hilft dia Kischda, Gott sei Dank.“ Der Wolf wurde von den Jedermännern zur Sprache gebracht. Mit von der Partie waren das Rotkäppchen, der Jäger mit Flinte und natürlich die Großmutter im Bett – von Wölfen gezogen. Zahm schwammen dagegen leuchtend gelbe Enten durch die Straßen, zum Lied „Alle meine Entchen“ tanzte auch eine Klosterschwester aus Untermarchtal. Als geschminkte grüne Schildkröten mit dickem Panzer konnten die Lausmädle bestaunt werden, genauso wie die Gsälzbära als Donauperlen in Muschelschalen.

Bachbarone mit Rakete

Immer für eine besondere Aktion gut sind die Mitglieder des BTCO, die sich auf Inlinern ein spannendes Hockey-Match lieferten. Die Bachbarone steuerten indes ein viel entfernteres Ziel an: das Weltall. Getarnt als NASA zündeten sie eine riesige Rakete. Auch der Narrenrat samt Schlossgeist mit Gefolge gehörten zum Umzugsbild, dazu die Hexen vom Stoi und die „Felsaschlotzer“ aus Rechtenstein, die sich mit einer mobilen Boiz gegen das Wirtschafts-Sterben einsetzten.

Bereits seit 59 Jahren besuchen sich die Narrenzünfte aus Ehingen und Obermarchtal gegenseitig bei ihren Umzügen. So war auch diesmal wieder die Narrenzunft Spritzenmuck mit Mate-Kapelle und Schalmeien, mit Kügele, wilden Weibern und Dämonen zu Gast. Musikalisch wurde der nicht ganz einstündige Umzug von den Musikkapellen aus Obermarchtal und Reutlingendorf sowie vom Fanfarenzug Obermarchtal umrahmt. Im Anschluss an den närrischen Bandwurm durchs Dorf wurde in den Kneipen und Besenwirtschaften weitergefeiert.