Finanzen Feststellung der Jahresrechnung 2017 in Munderkingen

Laut Forstwirtschaftsplan sind auch in 2019 Gewinne aus dem Munderkinger Stadtwald zu erwarten.
Laut Forstwirtschaftsplan sind auch in 2019 Gewinne aus dem Munderkinger Stadtwald zu erwarten. © Foto: Maria Bloching
Munderkingen / Maria Bloching 09.11.2018
Das Finanzjahr 2017 ist für die Stadt Munderkingen hervorragend gelaufen. Und auch die Aussichten sind gut.

Angesichts der Zahlen ist es dem Gemeinderat Munderkingen in der Sitzung am Donnerstag sehr leicht gefallen, der Jahresrechnung 2017 zuzustimmen. Das war nicht immer so gewesen, wie Bürgermeister Dr. Michael Lohner deutlich machte: „Dieser finanzielle Zustand ist ziemlich einzigartig in der Geschichte Munderkingens.“

Insgesamt schließt der Verwaltungshaushalt um gut 1,5 Millionen Euro besser ab als geplant und kann fast die gleiche Summe an den Vermögenshaushalt zuführen. Die Abweichung resultiert unter anderem aus Mehreinnahmen insbesondere bei der Gewerbesteuer mit 740.00 Euro, bei der Einkommensteuer mit 164.000, Euro bei Schlüsselzuweisungen vom Land mit 170.000 Euro und auch beim Integrationslastenausgleich mit 96.000 Euro.

Dadurch konnten die Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt in Höhe von insgesamt 378.000 Euro gut aufgefangen werden. Der Überschuss im Vermögenshaushalt von 308.000 Euro wird den Rücklagen zugeführt. Diese belaufen sich demnach zum Jahresende 2017 auf 505.000 Euro.

„Das ist richtig gut für uns“, sagte der Bürgermeister und sprach von einer „guten Entwicklung“. Denn auch in den nächsten Jahren stehen wichtige Projekte an, die Bildung von Rücklagen sei dringend notwendig. Dank des guten Ergebnisses konnte nicht nur auf eine erneute Darlehensaufnahme verzichtet werden, es wurden sogar Schulden in Höhe von 254.000 Euro getilgt. Der Schuldenstand sinkt damit von etwas über fünf Millionen Euro zum Jahresanfang auf gut 4,8 Millionen zum Jahresende 2017.

Ein Plus auch beim Wasser

Auch der Eigenbetrieb Wasserversorgung schließt das Abrechnungsjahr 2017 mit einem Gewinn von 25.000 Euro. Dieser soll im Folgejahr an die Stadt abgeführt werden. Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung weist ein Plus von 45.000 Euro auf, er findet in den nächsten fünf Jahren bei der Festsetzung der Abwassergebühren Berücksichtigung.

Auch im Stadtwald werden laut Forstwirtschaftsplan 2019 Einnahmen erzielt. Er geht von 650 Festmetern Holzeinschlag aus, der sich mit Einnahmen in Höhe von 37.000 Euro niederschlägt und maßgeblich für einen Überschuss in Höhe von 20.000 Euro sorgen soll. Allerdings hat der extrem trockene Sommer auch im Munderkinger Wald Spuren hinterlassen. Forstrevierleiter Daniel Kugler berichtete dem Gemeinderat von einer hohen Menge an Käferholz, die den Holzeinschlag nach oben treibt. Allein die Hälfte der 475 eingeschlagenen Festmeter sei Käferholz.

Im Plan steht der Holzeinschlag für 2018 mit 600 Festmetern, diese werden nun deutlich überschritten, weil noch 400 Festmeter ausstehen. Dank Gießaktionen der Feuerwehr Munderkingen seien größere Schäden bei der Forstkultur verhindert worden. Insgesamt 4650 Euro gehen im nächsten Jahr in die Aufforstung. Es sollen 350 Fichten, 150 Douglasien und 600 Weißtannen gepflanzt werden.

Die Eiche hat sich bewährt

In den vergangenen Jahren wurde laut Kugler verstärkt auf die tiefwurzelnde Eiche gesetzt: „Das hat sich bewährt.“ Denn sollte sich die Trockenheit in den nächsten Jahren fortsetzen, muss mit einem hohen Verlust bei den Fichten gerechnet und auf angepasste Pflanzen ausgewichen werden. Außerdem möchte der Forstrevierleiter dazu übergehen, die Pflanzaktion vom Frühjahr in den Herbst zu verlegen, um den verstärkten Niederschlag vom Winter mitzunehmen. „Bisher ging es aber nicht, weil es nach wie vor nicht geregnet hat.“

1,5

Millionen Euro kann die Stadt Munderkingen aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt übernehmen. Das ist viel mehr als ursprünglich geplant war.

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