Untermarchtal Fest als Überraschung

Klara und Josef Hänle feiern heute Diamantene Hochzeit. Foto: Burkhardt
Klara und Josef Hänle feiern heute Diamantene Hochzeit. Foto: Burkhardt
INGEBORG BURKHARDT 08.05.2012
Von den jüngeren Generationen werden heute Abend Klara und Josef Hänle in Untermarchtal überrascht. Das Ehepaar feiert Diamantene Hochzeit.

Der Liederkranz wird heute Abend zu einem Ständchen an den Römerweg kommen, auch Bürgermeister Bernhard Ritzler schaut irgendwann vorbei und was sonst noch heute geboten sein wird? Klara und Josef Hänle wussten es gestern nicht, denn ihre drei Kinder, sechs Enkel und fünf Urenkel bereiteten das Fest zur Diamantenen Hochzeit vor. Eines wissen die 82-Jährige und ihr sieben Jahre älterer Mann jedoch ganz genau: "Wir haben vor 60 Jahren in der Dorfkirche geheiratet." Dort sei sie auch getauft worden und habe auch ihre Kommunion gefeiert, sagt die "Ur-Untermarchtalerin".

Ihr Mann war 1950 aus Schaiblishausen gekommen, um als Landwirt auf dem Hof des Klosters der Vinzentinerinnen zu arbeiten, zu einer Zeit, als das Viadukt über das Donautal gebaut wurde. Doch das Interesse von Josef Hänle galt nach Feierabend bald mehr den Mädchen und darunter entdeckte er Klara, die jüngste von vier Geschwistern "auf dem Bauernhof Traub hinter dem Rathaus". Zwei Jahre später übernahm das junge Paar mit der Heirat den Bauernhof, siedelte 1969 an den Römerweg aus und baute die Landwirtschaft weiter aus.

Nach Feierabend und am Sonntag sang Hänle 55 Jahre den zweiten Bass im Liederkranz, übernahm in den 1950er Jahren den Vorsitz des Vereins und feierte mit der Sängerschar die Fahnenweihe. Für 18 Jahre zog Josef Hänle unter Bürgermeister Helmut Winter in den Gemeinderat ein, war im Ausschuss der Molkereigenossenschaft und ist seit Jahrzehnten förderndes Mitglied des Sportvereins. Mehr wollen der Landwirt und seine Frau über ehrenamtliche Tätigkeiten nicht verraten, denn im Vordergrund habe immer die Arbeit auf dem Hof gestanden. Die Landwirtschaft sei vor 20 Jahren aufgegeben worden, sagen die Jubilare, die Verständnis dafür haben, dass sich ihr Sohn Josef für den Hauptberuf im Maschinenbau entschieden hat. Im Alter genießen sie jetzt das viele Grün und die Ruhe rund um den Hof und sehen ein bisschen nervös dem Fest am heutigen Abend entgegen, "wenns au a bissle komisch ischt, dass ma nichts vorbereita ka".