Stadtoberhaupt Fazit 2016 und Ausblick 2017 von Michael Lohner

Michael Lohner, Bürgermeister in Munderkingen.  Foto: Stadt
Michael Lohner, Bürgermeister in Munderkingen. Foto: Stadt © Foto: Foto: Stadt
Munderkingen / KARIN MITSCHANG 31.12.2016

Von einem ereignisreichen Jahr 2016 spricht der Munderkinger Bürgermeister Dr. Michael Lohner. Auf seinen längeren Krankenstand angesprochen sagt er: „Ich bin jetzt schon seit zwei Monaten wieder im Einsatz und es läuft sehr gut. Die Pause hat mir aber gezeigt, dass ich künftig besser auf mich achten muss.“ Auch diese Zeit sei somit für ihn und die Stadt nicht verloren, sondern sogar wertvoll und habe nach den Todesfällen absolut Vorrang gehabt, „um alles zu überdenken und zu reflektieren“. Wie mehrfach berichtet waren im Juli zwei Männer am Donauwehr ertrunken, im August konnte eine Rentnerin noch gerettet werden, die ins Wasser gefallen war. Das Überdenken und Reflektieren werde „auch in Zukunft meine Amtsführung kennzeichnen“, sagt Lohner, gegen den die Staatsanwaltschaft nach den Badeunfällen ermittelt hatte, wobei die Ermittlungen kürzlich eingestellt wurden (wir berichteten). „Beeindruckt hat mich der Rückhalt aus der Bevölkerung während dieser Zeit“, sagt Lohner. „Das hat mir bei der Genesung sehr geholfen.“

Eine solche Häufung von Unglücks- und Todesfällen habe es in der Stadt wohl noch nie gegeben, sagt Lohner. Zumal im Juli noch der Tod eines Sechsjährigen zu beklagen war, dessen Vater sich mit ihm in ein verrauchtes Zimmer eingeschlossen hatte. Lohner: „In der öffentlichen Wahrnehmung wurde die Stadt nur noch auf diese Ereignisse reduziert. Das war für Verwaltung, Rettungskräfte und die Bürger sehr belastend.“ Doch 2016 wurde auch viel erreicht: Die rege Bautätigkeit im interkommunalen Gewerbegebiet freut den Bürgermeister ebenso wie die guten Ausleihzahlen der Mediathek. Den ersten Neubürgerempfang und die Erstellung der Rundwege (Einweihung 2017) durch Bürger im Projekt „Kleinstadtleben“ waren erfreulich, und große Projekte waren das generalsanierte Alte Krankenhaus, der Umzug des Polizeipostens und die Sanierung der Algershofer Brücke. Im Kinderhaus Schillerstraße hat die Stadt den Teilausbau im Dachgeschoss ermöglicht. Die Straßenbeleuchtung an der Brunnenbergstraße ist neu, und dank Spenden konnte eine Gartenparzelle neu gestaltet werden. „Es ist ein ansprechender seniorengerechter Aufenthaltsbereich mit Boulebahn entstanden.“ Wie kürzlich berichtet geht es am Schulzentrum wie bisher mit Realschule und Gemeinschaftsschule weiter.

Der festliche Höhepunkt war das Kreismusikfest Mitte Juni. Gleichzeitig wurde das zehnjährige Bestehen der Historischen Bürgerwehr gefeiert. Das neue Hilfelöschfahrzeug HLF-20 wurde im Juli offiziell der Feuerwehr übergeben. Im vom Landkreis gemieteten Bahnhofsgebäude sowie in zwei Häusern, die die Stadt gemietet hat, sind insgesamt gut 60 Flüchtlinge eingezogen. „Ein ganz großes Dankeschön an den Helferkreis mit Renate Lengsfeld“, schreibt Lohner. Von der Verwaltungsgemeinschaft wurde Beate Kast als Flüchtlingsbeauftragte für die Raumschaft angestellt.

Wie in fast allen Gemeinden der Region ist ein Zukunftsprojekt der Ausbau des Glasfasernetzes. 2017 werde im Gewerbegebiet und von Süden her am Bauhof vorbei bis zum Schulzentrum das Backbone-Netz verlegt. In die Leerrohre kommen dann Glasfaserleitungen. Die Betreiberausschreibung werde derzeit vorbereitet. Eine von Lohner vor einem Jahr initiierte Arbeitsgruppe von Rollstuhlfahrern werde Anfang 2017 Vorschläge zur Barrierefreiheit in der Stadt machen.

Das größte Investitionsprojekt wird 2017 die Erschließung von 22 Bauplätzen im „Feiler II“ sein. Außerdem steht die Erstellung eines dauerhaften Pflegekonzepts für den Algershofer Bach an. Weitere Projekte sind eine technische Erneuerung an der Sporthalle, die Anlage eines Ersatzparkplatzes für die Innenstadt, ein Wohnmobilstellplatz sowie eine Unimog-Beschaffung für den Bauhof. Auch werde über die Zukunft des Steigerturms beraten.

Die Kernstadtsanierung geht mit der Generalsanierung der „Traube Post“ weiter. Neben dem regionalen Ausbildungstag Ende Januar steht im Februar das Jubiläum „275 Jahre Brunnensprung“ der Trommgesellenzunft an, mit großem Narrentreffen. Die engagierte Jugendarbeit in Munderkingen sei besonders, schreibt Lohner. „Kultur und Geselligkeit werden bei uns groß geschrieben. Das schafft Heimat und fördert den Zusammenhalt.“ Lohner wünscht den SWP-Lesern für den Jahreswechsel „Freude und ein wenig Ruhe, um Kraft für das neue Jahr zu tanken“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel